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	<title>Eriks Blog</title>
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	<description>Meine Gedanken zu diesem und jenem ...</description>
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		<title>Ulf ist tot</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 22:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenkliches und Satirisches]]></category>
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		<category><![CDATA[Unmenschliche Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern bekam ich eine Email. Mein lieber Freund Ulf sei tot. Die Nachbarinnen haben ihn letzten Samstag gefunden. Lange hätten sie ihn nicht mehr gesehen. Sie hatten einen Schlüssel. Also haben sie nachgesehen und ihn tot in seiner Wohnung gefunden. Es wurde mir gesagt, er habe dort schon ein paar Tage gelegen. Ulf war ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern bekam ich eine Email. Mein lieber Freund Ulf sei tot. Die Nachbarinnen haben ihn letzten Samstag gefunden. Lange hätten sie ihn nicht mehr gesehen. Sie hatten einen Schlüssel. Also haben sie nachgesehen und ihn tot in seiner Wohnung gefunden. Es wurde mir gesagt, er habe dort schon ein paar Tage gelegen.</p>
<p>Ulf war ein guter Mensch. Als ich damals bei der Hamburger Volkshochschule anfing, war er es, der mich an die Hand nahm und mir alles zeigte und erklärte. Ich hospitierte bei ihm, weil ich einen Teil der Webdesign-Kurse, die es damals gab, übernehmen sollte. Er bot mir ohne Not an, mit mir das Honorar zu teilen. Ich war ganz überrascht und lehnte ab. Er bestand beinahe darauf. Er empfand es als ungerecht, dass er alles und ich nichts bekommen sollte, obwohl ich doch auch mitarbeite. So war Ulf.</p>
<p>Wir wurden schnell gute Freunde. Wir arbeiteten gut und gerne zusammen. Wir teilten unsere Erfahrungen und Materialien. Bald kamen wir uns auch privat sehr nahe. Wir erzählten uns von unseren Freuden und Leiden. Ulf war der einzige Freund, der damals der Scheidung von meiner ersten Frau und der Heirat mit einer Kubanerin skeptisch gegenüber stand. Er war der einzige, der mir abriet und mich zur Vorsicht ermahnte riskierend, dass ich, der ich damals über beide Ohren verliebt war, ihm die Freundschaft kündige. So etwas macht nur ein wahrer Freund. So war Ulf.</p>
<p>In all den Jahren hat Ulf mich immer begleitet. Er stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Dabei hatte er das große Talent, den Finger immer auf die Wunde zu legen. Doch das tat bei ihm nie weh. Denn er fand auch immer die richtigen Worte und hatte fast immer die richtigen Ratschläge parat. Er hat mich beruhigt, wenn ich zu unruhig war. Er hat mich wachgerüttelt, wenn  drohte, dass ich etwas verschlafe. So war Ulf. Ulf war ein guter Mensch.</p>
<p>Wann Ulf genau gestorben ist? Man konnte es mir nicht sagen. Woran Ulf gestorben ist? Auch das konnte man mir nicht sagen. Aber das braucht man mir nicht zu sagen. Ich weiß woran Ulf gestorben ist. Ulf ist an der Wirtschaftskrise, an Hartz IV, am Alkohol und an Einsamkeit gestorben. Er ist daran gestorben, dass es in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr für ihn gab. Er ist daran gestorben, dass diese Gesellschaft glaubte, ihn nicht mehr zu brauchen.</p>
<p>Ulf hatte keinen guten Start ins Leben. Vom Vater zu einem Beruf gezwungen, den er nicht wollte, fing er früh an zu trinken. Aber er kämpfte auch. Er brachte es auf dem zweiten Bildungsweg zu akademischen Weihen. Mit stolzem Understatement und nicht mit Scham sagte er immer: &#8220;Ich habe nur einen Hauptschulabschluss.&#8221; Er hat etwas aus sich gemacht. Und er hörte auch auf zu trinken. Dann ging er als Entwicklungshelfer nach Afrika. Als er zurückkam, trank er wieder.</p>
<p>Der Freund, der mir das berichtete &#8211; ich kannte Ulf damals noch nicht &#8211; fragte sich in dem Gespräch, warum Ulf wieder angefangen habe. Lieber Freund, ich kann es Dir sagen. Das Leid, das ihn dazu getrieben hat, war viel größer und unausweichlicher als das Leid unter dem Vater. Es war der Schmerz, den Ulf empfand angesichts der Ungerechtigkeit und des Elends allerorten auf dieser Welt. Es war sein Mitleid mit den Armen, den Hungernden, den Frierenden dieser Welt. Ja, Ulf hat getrunken und ist daran wahrscheinlich auch gestorben, denn Ulf war ein guter Mensch.</p>
<p>Solange Ulf genug zu tun hatte, hatte er seine Sucht im Griff. Er trank nicht, wenn er arbeitete. Ich erinnere mich noch gut, dass er es ganz am Anfang unserer Freundschaft ablehnte, nach der Arbeit mit mir ein Bier trinken zu gehen. Er kam zwar mit, trank dann aber irgend einen Saft. Nur wenn er am nächsten Tag frei hatte, trank er mit. Dann aber reichlich. Aber das tue ich auch ab und an mal ganz gerne. Dass er damit ein Problem hatte, wusste ich damals noch nicht. Aber ich hatte auch nie den Eindruck. </p>
<p>Doch das änderte sich, als uns die Wirtschaftskrise 2002 mit voller Wucht traf. Vor den Sommerferien mussten wir noch Kurse ablehnen, weil es zu viel wurde. Nach den Sommerferien hatten wir keine Kurse mehr. Alles fiel aus. Ulf traf es am härtesten, da er kein anderes Standbein hatte. Seine Versuche, als freier Grafiker oder Webdesigner Fuß zu fassen, scheiterten an seiner mangelnden Einsicht, dass Moral und Ethik im Geschäftsleben allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen. Ulf war ein guter Mensch.</p>
<p>Dann wurde Ulf auch noch chronisch krank. Ich weiß gar nicht mehr ob es kurz vor oder nach dem Zusammenbruch des Bildungssektors war. Er war starker Raucher. Er hatte Raucherbeine. Irgendwann konnte er vor Schmerzen kaum noch laufen. Er musste immer wieder Kurse absagen. So verlor er noch mehr Einnnahmen. Er wurde immer ärmer. Er musste Hartz IV beantragen. Das Elend, unter dem er so litt, hatte ihn eingeholt. Er wurde ein Teil dieses Elends. Die Schulden wurden immer mehr, die Freunde wurden immer weniger. Und die Zeit, die viele, viele Zeit, die nutzlos und einsam verbracht wird. Die viele Zeit zum Nachdenken. Die viele Zeit zum Trinken. Ulf verlor die Kontrolle und mit der Kontrolle die letzten Jobs. Ulf hatte aufgegeben. Ich glaube, er verstand nicht, warum ihm das widerfuhr. Er ertrug es nicht mehr, dass ihn diese Gesellschaft einfach so wegwarf. Denn eins wusste er: Ulf war ein guter Mensch.</p>
<p>Mein lieber Freund Ulf, wir werden Dich nie vergessen. Du bist einer mehr, in dessen Namen wir nicht aufhören werden, für eine Gesellschaft zu kämpfen, in der Menschen wie Du den Platz bekommen, der ihnen gebührt. Ruhe in Frieden.</p>
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		<title>Linux ist nicht Windows!</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 13:55:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technisches]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebssysteme]]></category>
		<category><![CDATA[GNU]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Microsoft]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
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		<description><![CDATA[Warum der Umstieg manchmal schwierig ist Seit zwanzig Jahren bringe ich Menschen bei, wie man Computer benutzt. Am Anfang war es noch Word unter DOS, dann Windows und die Programme, die unter diesem System laufen, und seit ca. zehn Jahren auch Linux in verschiedenen Varianten. Oft habe ich es erlebt, dass die Menschen &#8211; vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Warum der Umstieg manchmal schwierig ist</h2>
<p>Seit zwanzig Jahren bringe ich Menschen bei, wie man Computer benutzt. Am Anfang war es noch Word unter DOS, dann Windows und die Programme, die unter diesem System laufen, und seit ca. zehn Jahren auch Linux in verschiedenen Varianten. Oft habe ich es erlebt, dass die Menschen &#8211; vor allem die, die gute Kenntnisse unter Windows haben &#8211; sich sehr schwer tun, wenn sie auf Linux umsteigen. Dazu ein paar Gedanken.</p>
<h3>Linux ist anders</h3>
<p>Das erste, was ich häufig höre: &#8220;Ich dachte, Linux sei so wie Windows. Aber hier ist ja alles anders.&#8221; Hast Du wirklich gedacht, Linux sei wie Windows? Warum willst Du dann Linux statt Windows benutzen? Natürlich ist Linux anders. Es ist ein anderes System mit einer anderen Architektur, einer anderen Art Programme zu installieren, einer anderen Art Programme zu konfigurieren, einer anderen Art Programme zu bedienen. Wenn dem nicht so wäre, dann gäbe es keinen Grund, ein anderes System zu benutzen. Ja, es gäbe noch nicht einmal einen Grund, ein anderes System zu entwickeln. Wäre Linux so, wie Windows, dann wäre es überflüssig. Warum also willst Du Linux benutzen?</p>
<h4>Linux ist kostenlos</h4>
<p>Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Ja, jeder kann Linux frei aus dem Netz herunterladen und muss niemandem dafür Lizenzgebühren bezahlen. Nun hast Du eine große Datei mit der Endung .iso auf Deinem Rechner und kannst Dir Deine eigene DVD brennen. Bis dahin ist das kostenlos. Aber nun fangen die Kosten an. Entweder Du machst das alles selbst. Dann wirst Du als Einsteiger Tage und auch Nächte damit verbringen, bis Dein System das tut, was Du willst. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich angefangen habe. Erst nach einigen hundert Zigaretten, einigen zig Flaschen Wein und vielen durchwachten Nächten haben es mein Freund ^wolf^ und ich geschafft, endlich ein stabiles System zu bauen. Gut, damals gab es noch nicht einmal eine grafische Installation. Heute geht das sicherlich schneller. Aber Du wirst viel Zeit damit verbringen, wenn Du das System alleine kennenlernen möchtest.</p>
<p>Oder Du hast nicht die Zeit. Dann rufe z. B. mich an und lasse Dir das System einrichten und erklären. Das kostet Geld. Das kostet zumindest heute noch deutlich mehr Geld als bei Windows. Windows-Kurse kannst Du an jeder Volkshochschule für geringe Gebühren besuchen. Linuxkurse sind rar und entsprechend teuer. Allerdings macht das auch nicht der Student, der sein Salär aufbessern will, sondern in der Regel ein Experte. Sicherlich ist Linux auf Dauer kostengünstiger als Windows. Wenn Du aber nur wegen der Kosten auf Linux umsteigen willst, dann bleibe bei Windows.</p>
<h4>Linux ist besser</h4>
<p>Das ist wenig konkret. Aber ich gebe Dir recht. Linux ist meiner Meinung nach an vielen Stellen besser. Aber es ist deshalb besser, weil es anders ist. Du kannst nicht erwarten, dass etwas besser ist und doch gleich. Wenn es gleich wäre, könnte es nicht besser sein. Wenn es aber besser sein soll, dann muss es anders sein. You can&#8217;t have one without the other.</p>
<h4>Linux ist sicherer</h4>
<p>Das ist der zweite am meisten genannte Grund, warum Menschen die bunte Welt von Microsoft verlassen wollen. Kein Tag, an dem nicht ein neuer Schädling, der Windows oder die darunter laufende Software bedroht, das Licht der Welt erblickt. Unter Linux gibt es das so gut wie gar nicht. So lauten die Begründungen. Nun, das stimmt und stimmt auch wieder nicht.</p>
<p>Linux ist von seiner Architektur anders. Treiber für die Hardware, oder besser Module werden anders eingebunden. Du wirst schon bei der Installation gezwungen, einen eingeschränkten Benutzer anzulegen (da hat Microsoft dazugelernt) usw. usf. Aber diese Sicherheit hat ihren Preis. Die Grundregel lautet: Je sicherer ein System ist, desto koplizierter ist seine Bedienung. Unter Windows bist Du es gewohnt, dass alles sofort funktioniert. Ja, das tut es. Damit aber alles sofort funktioniert, wird aber auch alles, was gefährlich ist, von vornherein eingeschaltet. Nehmen wir z. B. die gemeinsame Nutzung von Dateien. Unter Windows kein Problem. Rechte Maustaste, Freigabe und das war&#8217;s. Schon können die anderen im Netz auf den Ordner zugreifen. Unter Linux musst Du Dich entscheiden, wie der Zugriff erfolgen soll, musst die Software installieren und konfigurieren und musst den Dienst dann auch noch starten bzw. dafür sorgen, dass er beim Hochfahren geladen wird.</p>
<p>Allerdings macht das Linux sicherer. Was ist, wenn Du die Freigabe gar nicht brauchst? Unter Windows läuft der Dienst immer mit. Du musst ihn explizit ausschalten. In meinen Schulungen habe ich es mehr als einmal erlebt, dass Windows-Benutzer ganz erstaunt sind, dass erstens der Dienst gefährlich ist und man ihn zweitens abschalten kann. Und wenn Du ihn brauchst? Unter Windows geht das einfach so. Du machst Dir keinerlei Gedanken darüber, wie das denn funktioniert. Du musst nichts an dem Dienst konfigurieren. Bei vielen Diensten kannst Du es nicht einmal. Unter Linux wirst Du gezwungen, Dich mit dem Dienst auseinander zu setzen, bevor Du ihn startest.</p>
<p>Und nun verrate ich Dir ein Geheimnis: Ich konfiguriere und administriere seit fast 20 Jahren Windows-Systeme und seit über zehn Jahren Linux. Windows kann fast genauso sicher gemacht werden wie Linux, wenn man denn weiß, was man tut. Und Linux kann fast genauso unsicher sein, wenn man nicht weiß, was man tut. Linux ist von den Grundeinstellungen bestimmt sicherer als Windows. Aber richte Dich darauf ein, dass es auch genauso viel Arbeit macht wie ein sicheres Windows.</p>
<h4>Linux macht Spaß</h4>
<p>Wer das antwortet, ist bei Linux richtig und hat selten Probleme. Der größte Vorteil von Linux gegenüber Windows ist das immer wieder sich einstellende Erfolgserlebnis. Wie oft habe ich unter Windows frustriert feststellen müssen, dass bestimmte Dinge nicht so gehen, wie ich das gerne hätte. Wie oft habe ich im Dunkeln gestochert, um ein Problem zu lösen. Wie oft habe ich mich über geschwätzige und doch kryptische Fehlermeldungen geärgert. Unter Linux lassen sich die Probleme lösen. Es kostet Zeit und Hirnschmalz. Aber sie lassen sich lösen.</p>
<p>Ein Beispiel: Ich hatte ein Notebook, dessen Grafikkarte nicht von Linux unterstützt wurde. Das Teil war billig und ich hatte mich vorher nicht genügend informiert. Das Resultat waren hässliche Streifen auf dem Schirm. Eine grafische Oberfläche war nicht zum Laufen zu bekommen. Also ab ins Internet und Lösungen suchen. Es hat mich drei Tage gekostet (Linux ist nicht umsonst!). Am Ende hatte ich aber eine wunderbare grafische Oberfläche mit den Einstellungen, die ich gerne wollte. Nebenbei habe ich noch eine Menge über das grafische System X und die Funktionsweise von Grafikkarten und Monitoren gelernt. Und unter Windows? Du hast kaum eine Chance, das Problem zu lösen. Entweder die Hardware wird unterstützt oder eben nicht. Wird sie nicht unterstützt, dann hast Du verloren. Sicherlich ist die Hardwareunterstützung unter Windows besser als die unter Linux, wenn auch nicht mehr viel besser. Aber wenn etwas nicht geht, dann geht es nicht.</p>
<h3>Linux ist schwerer zu installieren als Windows</h3>
<p>Nein, ist es nicht. Das ist ein Gerücht, dass sich schon lange hält, aber es war schon immer ein Gerücht. Schauen wir uns erst einmal eine typische Windowsinstallation an:</p>
<p>Wir beginnen mit der Grundinstallation. Wir legen die Windows-CD ein und fahren den Rechner hoch. Nach Eingabe von einigen Informationen, der Eingabe eines komplizierten Registrierungsschlüssels und gefühlten hundert Neustarts haben wir ein rudimentäres System. Dann folgt mit jeweils einem Neustart die Installation des Chipsatzes, des Grafikkartentreibers, des Soundtreibers etc. Eventuell müssen wir dazu noch die Treiber im Netz suchen und herunterladen. Dann haben wir ein Betriebssystem, mit dem wir noch fast nichts anfangen können, es sei denn, wir wollen mit Wordpad unsere Briefe schreiben, mit dem Internet Explorer surfen und mit Outlook Express unsere Emails verwalten. Aber wer will das schon?</p>
<p>Also folgt der nächste Schritt. Installation der Software. Wir packen unsere CDs oder DVDs aus und legen sie eine nach der anderen ein, um die Programme zu installieren. Erst den Virenschutz, dann das Office-Paket, dann unser Grafikprogramm usw. usf. Bei fast jedem Schritt müssen wir wieder einen Lizenzschlüssel eingeben. Auch Neustarts sind nicht gerade selten. Am Ende haben wir Tage damit zugebracht, bis wir endlich alle Software auf dem Rechner haben.</p>
<p>Und unter Linux? Schauen wir uns erst einmal die beliebte Distribution Ubuntu an. DVD rein, Rechner hochfahren, ein paar Fragen beantworten, Kaffee trinken gehen und siehe da, alles ist installiert. Wir haben Open Office zum Schreiben, Kalkulieren und Präsentieren, wir haben das Grafikprogramm GIMP, wir haben verschiedene Mailprogramme, Spiele und vieles mehr. Für meinen Geschmack zu viel. Denn wer braucht das alles, was von den modernen Distributionen so alles mitgeliefert wird.</p>
<p>Will man wie ich Einfluss auf das, was denn alles installiert wird, haben, dann nimmt man z. B. Suse. Hier kommt noch ein Schritt hinzu, die Paketeauswahl. &#8220;Das ist aber unübersichtlich!&#8221; oder &#8220;Das kostet aber viel Zeit!&#8221; höre ich dann in den Schulungen immer. Ja, es ist unübersichtlich. Schließlich werden Dir hunderte vielleicht sogar tausende Programme angeboten (ich habe nie gezählt). Ja, es kostet viel Zeit. Aber kostet Dich das mehr Zeit als all diese Programme, die benötigst, im Laden zu kaufen und dann die Datenträger einzeln einzuspielen? Sicher nicht. Es ist anders. Es ist vielleicht auch unübersichtlicher. Aber es ist besser. Und deshalb willst Du doch Linux benutzen, oder?</p>
<p>Der Ehrlichkeit halber muss noch erwähnt werden, dass unter Linux in der Regel viele Codices für die verschiedenen Mediendateien nachinstalliert werden müssen. Das ist ein echter Nachteil. Allerdings liegt das nicht an Linux, sondern an den Lizenzbestimmungen derer, die die Rechte an diesen Codices haben. Du wirst sicherlich nicht erwarten, dass jemand, der Dir Software kostenfrei zum Herunterladen anbietet, auch noch dafür bezahlt, damit er diese Codices mitliefern darf.</p>
<h3>Linux ist schwerer zu konfigurieren</h3>
<p>Um dieses Argument zu entkräften, reicht es eigentlich aus &#8220;Registry&#8221; zu schreiben. Es gibt kaum etwas unübersichtlicheres und kryptischeres als dieses Monster, mit dem ich Windows konfigurieren soll. Da ist mir jede Textdatei unter Linux lieber.</p>
<p>Ansonsten unterscheiden sich die Systeme vom Prinzip kaum noch voneinander. Bei beiden gibt es grafische Tools, um das ein oder andere einzustellen. Bei Windows heißt es im Wesentlichen Systemsteuerung, unter Linux finden wir je nach Distribution verschiedene Tools schön geordnet unter einem Menüpunkt.</p>
<p>Aber es gibt eben den wesentlichen Unterschied des Ergebnisses. Unter Windows wird die Konfiguration in das Monster &#8220;Registry&#8221; geschrieben. Gefühlte Millionen von Einträgen in gefühlten hundert Ebenen, die keiner nachvollziehbaren Logik folgen. Wo finde ich z. B. die Serverschlüssel des ssh-Programms putty? Irgendwo vergraben in den Tiefen des Systems. Unter Linux hingegen habe ich Textdateien, in denen alles in mehr oder weniger lesbarer Form steht, üblicherweise mit mindestens einer Zeile Kommentar zu jedem Eintrag. Will ich also mein System feineinstellen, was unter beiden Systemen mit den grafischen Werkzeugen nicht geht, ist Linux einfacher zu konfigurieren. Ja es ist sogar intuitiver, sobald ich weiß, dass die Dateien fast immer in /etc liegen und irgendwie so heißen wie die Software selbst, und in der Lage bin, Kommentare und Anleitungen zu lesen.</p>
<p>Linux ist für <em>Dich</em> schwerer zu konfigurieren, weil Du es nicht gewohnt bist. Du bist ein Neuling. Genauso wie Du es unter Windows lernen musstest, musst Du es nun unter Linux wieder neu lernen. Das ist mühsam und manchmal auch frustrierend. Aber war es das vor Jahren unter Windows nicht auch?</p>
<h3>Linux ist benutzerunfreundlich</h3>
<p>Das ist ein alter Streit zwischen den Systemen. Welches ist am benutzerfreundlichsten? Dabei ist dieser Streit nur für die Marketingabteilung von Microsoft und Apple interessant. Ansonsten ist Benutzerfreundlichkeit ein Mythos.</p>
<h4>Benutzerfreundlich ist das, was Du kennst</h4>
<p>Der Apple Macintosh mit seinem OS X gilt als besonders benutzerfreundlich. Die Benutzer dieser Geräte werden nicht müde in solchen Debatten die ungezählten Studien zu zitieren, die das angeblich beweisen. Nun werde ich manchmal gezwungen, dieses System zu bedienen. Benutzerfreundlich und intuitiv? Weit gefehlt! Ich finde nichts, klicke ständig auf das Falsche, fluche wie ein Rohrspatz und frickele mich so zurecht. Ich kann nicht behaupten, dass dieses System freundlich zu mir ist.</p>
<h4>Benutzerfreundlich ist das, was langsam ist</h4>
<p>Wie werden solche Systeme auf Benutzerfreundlichkeit gestestet? Man setzt Laien vor den Rechner. Je weniger sie wissen, desto besser. Dann wird ihnen eine Aufgabe gestellt und es wird gemessen, wie lange sie dafür brauchen. Je schneller sie das erledigen, desto benutzerfreundlicher scheint das System. Und solche Tests sind schlicht und ergreifend Unsinn. Denn wie erledigt ein solcher Probant die Aufgabe?</p>
<p>Nehmen wir mal an, er soll einen Text umstellen und formatieren. Der Probant hat kaum Kenntnisse in Textverarbeitung. Wir setzen ihn also vor eine beliebige moderne Textverarbeitung und schauen ihm zu. Wird er Tastenkürzel benutzen? Wohl kaum. Er wird sich durch die Menüs klicken und suchen, wo denn die Befehle sind, die er zur Erledigung der Aufgabe braucht. Sind die Bilder besonders bunt und die Ikonografie halbwegs eindeutig, wird er es schneller erledigen als bei Programmen, die eher auf die Benutzung der Tastatur ausgerichtet sind. Sind sie deshalb besonders benutzerfreundlich?</p>
<h4>Benutzerfreundlich ist das, was Dir nützt</h4>
<p>Bleiben wir bei Texten. Nehmen wir zwei Texteditoren. Einen, der auf einer grafischen Oberfläche bedient wird, und den guten alten vi. Letzterer gilt als die Ausgeburt der Benutzerunfreundlichkeit. Ich behaupte, er ist benutzerfreundlicher als jeder grafische Texteditor. Warum?</p>
<p>Nehmen wir mal an, wir wollen in einem Text die ersten fünf Zeilen unter die sechste stellen. Schauen wir uns die Methoden an, mit denen wir das erreichen. Zunächst die Methode mit der Maus. Wir markieren den Text mit gedrückter Maustaste. Dann klicken wir auf &#8220;Bearbeiten->Ausschneiden&#8221; oder auch mit der rechten Maustaste und dann auf &#8220;Ausschneiden&#8221;. Danach klicken wir an das Ende der jetzt ersten Zeile und drücken &#8220;Enter&#8221;. Zum Schluss klicken wir &#8220;Bearbeiten->Einfügen&#8221; oder wahlweise wieder mit der rechten Maustaste. Das geht mit ein wenig Übung schon recht flott.</p>
<p>Nun nehmen wir im grafischen Editor die Tastatur. Also drücken wir zunächst Pos1, dann Umschalt-Ende, dann fünfmal Umschalt-PfeilUnten, dann Strg-X, dann Ende, dann Enter und zum Schluss Strg-V. Das geht wesentlich schneller als mit der Maus.</p>
<p>Und nun vi: 5ddp. Das war&#8217;s. Das nenne ich benutzerfreundlich. Aber ich muss auch ständig in irgendwelchen Konfigurationsdateien oder im Quellcode Zeilen löschen, umstellen, kopieren usw.</p>
<p>Nochmal anders ausgedrückt. Egal, welche Methode ich benutze. Jede muss ich erst einmal lernen. Die Methode mit der Maus lässt sich sicherlich am schnellsten erlernen. Sie ist aber auch immer die langsamste. Die Methode mit Tastenkürzeln ist schneller, der Lernaufwand aber höher. Das lohnt sich aber, wenn man häufig z. B. Briefe schreiben muss. vi ist am schnellsten, wenn es darum geht, Textdateien zu bearbeiten. Dafür muss ist aber einige zig Tastenkürzel im Kopf haben. Was davon benutzerfreundlich ist und was nicht, ist eine höchst individuelle Angelegenheit. Administratoren und Programmierer lieben vi. Sekretärinnen lieben Tastenkürzel und der, der nur ab und zu mal einen kurzen Brief schreibt, wird sicherlich mit der Maus am Besten bedient sein. Der Streit, welches System am benutzerfreundlichsten ist, ist so lange unsinnig, so lange nicht Aufgabe und Zielgruppe genannt wird.</p>
<h3>Linux bietet keinen Support</h3>
<p>Das ist nun der größte Unsinn. Der Support ist wesentlich besser als unter jedem anderen System, das ich kenne. Allerdings ist der Support anders. Windows und seine Programme hast Du bezahlt. Also hast Du auch das Recht, Support zu bekommen. Wenn sich das Programm, das Du gekauft hast, nicht installieren lässt, rufst du bei der Hotline an oder schreibst eine Email und erwartest, dass Dir schnell und unkompliziert geholfen wird. Genauso kannst Du erwarten, dass die andere Seite Dir die Informationen wie Würmer aus der Nase zieht. Schließlich ist das deren Job, für den letztlich Du als Kunde bezahlst. Das kannst Du auch unter Linux haben. Rufe mich an. Ich sage Dir dann, was das kostet und wir legen los.</p>
<p>Aber normalerweise wirst Du unter Linux einen anderen Support nutzen. Du wirst Foren oder Mailinglisten aufsuchen und die dort anwesenden Experten fragen. Viele Neulinge machen dabei den Fehler, dass sie das erwarten, was ich gerade beschrieben habe. Sie rufen laut um Hilfe, ohne konkrete Angaben. Dabei vergessen sie eins. Die, die hier den Support leisten, tun das in der Regel freiwillig und ohne Bezahlung in ihrer Freizeit. Sie sitzen an ihren Rechnern zu Hause und nicht im Büro. Und dann kommt eine Frage wie: &#8220;Ich will Java installieren. Ich brauche dringend Hilfe!&#8221; Und schon ist die Stimmung versaut.</p>
<p>&#8220;Meine Güte!&#8221; denkt sich das Gegenüber auf der anderen Seite des Drahtes: &#8220;Schon wieder so einer, der sich weigert, einfach mal zu lesen.&#8221; Wenn Du Glück hast, rotzt er Dir noch eine Kommandozeile hin oder eine URL, unter der das erklärt wird. Jetzt bist Du sauer. Warum hilft der mir nicht ordentlich? Wenn Du Dich nun völlig unbeliebt machen willst, dann schreibst Du das auch noch ins Forum oder an die Liste. &#8220;Hey, ich bin neu hier!&#8221; Ach! Da wäre wir von alleine nicht drauf gekommen. &#8220;Warum hilft mir keiner?&#8221; Weil Du nicht anständig fragst. Du hast hier keinen Anspruch auf Hilfe. Wir ziehen Dir hier nicht die Würmer aus der Nase. Lies erst einmal. Suche erst einmal selbst. Google ist Dein erster Helfer. &#8220;Java Linux installieren&#8221; liefert ca. 4 Mio. Treffer. Versuche das doch einfach mal. Wenn Du dann immer noch Probleme hast, dann komme wieder, beschreibe sie ordentlich und dann helfen wir Dir auch.</p>
<h3>Die wollen mich hier nicht haben</h3>
<p>Wenn dann der Frust auf Grund des Missverständnisses, wie denn Hilfe geleistet wird, allzu groß wird, neigt der Neuling aus der Windowswelt dazu, zu glauben, die Linux-Gemeinde wolle ihn nicht haben. Oft hört man, dass Linux immer noch ein System ist, dass nur von Geeks für Geeks entwickelt wird. &#8220;Die wollen alle unter sich bleiben.&#8221; Selbst von Linuxnutzern, die selbst viel in Foren schreiben und gerade Neulinge unterstützen, hört man diese Kritik. Sie ist falsch. Die Linux-Gemeinde freut sich über jedes neue Mitglied. Aber auch hier ist Linux ganz anders als Windows.</p>
<p>Bill freut sich über jeden neuen Windows-Nutzer, weil er ihm Geld in die Kasse spült. Ob das System gut oder schlecht ist, interessiert ihn nur insofern, als dass man mit einem besseren System wahrscheinlich mehr Geld verdient. Wir freuen uns über jeden neuen Linux-Nutzer, weil wir hoffen, dass jeder neue Nutzer auch neue Ideen und Wünsche einbringt. Bill entwickelt Software, um damit Geld zu verdienen. Ob er sie selbst benutzt oder nicht, ist dabei völlig egal. Vielleicht ist Bill sogar heimlich zu Hause begeisterter Linux-Nutzer. Trotzdem wird er weiter seine Software vertreiben wollen. Davon lebt er.</p>
<p>Die Linux-Gemeinde entwickelt Software, weil sie sie selbst benutzen will. Irgendjemand hat ein Problem, für das es noch keine oder nur eine unbefriedigende Lösung gibt. Also setzt er sich (oder einen Programmierer) daran, um die Lösung zu entwickeln. Dann nutzen sie andere und meckern, was denn alles nicht geht, buggy ist, was noch wünschenswert wäre usw. Dann geht die Entwicklung weiter. Neue Menschen kommen hinzu und es entsteht ein Produkt von Nutzern für Nutzer. Dafür brauchen wir Dich. Allerdings möchten wir, dass Du dasselbe Engagement zeigst wie die anderen auch. Und dazu gehört, sich mit dem System zu beschäftigen. Willst Du das nicht, dann bleibe bei Windows.</p>
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		<title>Wird es doch noch spannend?</title>
		<link>http://blogs.roderwald.de/2009/09/01/wird-es-doch-noch-spannend/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 20:52:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erik</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Urlaub ist vorbei, die Wahl anscheinend noch nicht Über einen Monat lang habe ich nun Pause gehabt. Schön. Naja, soviel Pause, wie man als Selbständiger haben kann, wenn man vor Ort ist. Es hieß, es sei Wahlkampf. Viel gemerkt habe ich davon nicht. Am Anfang hat uns Herr Steinmeier mit einem Papier amüsiert, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Der Urlaub ist vorbei, die Wahl anscheinend noch nicht</h2>
<p>Über einen Monat lang habe ich nun Pause gehabt. Schön. Naja, soviel Pause, wie man als Selbständiger haben kann, wenn man vor Ort ist. Es hieß, es sei Wahlkampf. Viel gemerkt habe ich davon nicht. Am Anfang hat uns Herr Steinmeier mit einem Papier amüsiert, in dem er allerlei verspricht, dabei übersieht, dass er auf das meiste davon keinen Einfluss hat als Kanzler (z. B. Bildungspolitik oder Tarifgestaltung), und vollständig vergisst, dass dieser Staat schon pleite ist. Ich habe das wirklich alles gelesen in der Absicht, es kommentieren zu wollen. Es war sehr amüsant, aber nicht wirklich eines Kommentares wert.</p>
<p>Ansonsten? Was waren die wichtigsten Themen des Wahlkampfes? Da hätten wir zunächst den Ausschnitt der Kanzlerin. Ehrlich gesagt, mir hat das Plakat gefallen. Entrüstung machte sich breit, wie man nur könne. Warum nicht. Es steht doch drauf, dass sie mehr zu bieten hätte als nur einen schönen (wenn auch sicherlich retouchierten) Busen. Aber vor allem Männer fanden das antiemanzipatorisch. Als ob es nicht schon immer so gewesen wäre, dass sich die Herren Politiker so gegeben hätten, wie es Frauen gefällt. Im Übrigen zogen Grüne und Linke mit Hintern und Arschgeweih nach. Aufregung um nichts.</p>
<p>Und dann waren da noch die Skandale. Erst Frau Ulla Schmidt. Die lässt sich den Dienstwagen im Urlaub klauen. Kann ja mal passieren. Helle Aufregung, wie sie denn nur mit dem Dienstwagen in den Urlaub fahren könne. Und dann ist die Karre noch nicht einmal versichert. Ein riesen Skandal, hofft die Presse. Die anderen Parteien halten sich mitten im Wahlkampf überraschend zurück. Keinen scheint es so richtig zu interessieren. Warum auch? Frau Ulla Schmidt hat sich nichts zu schulden kommen lassen. Und dass ihr der Wagen gestohlen wurde, kann man ihr nun wirklich nicht anlaßten.</p>
<p>Dann bekam auch noch die Union ihr Fett weg mit Skandalen, die keine waren. Erst musste sich Herr zu Guttenberg vorwerfen lassen, er habe Experten dafür bezahlt, mal ein anständiges und vielleicht von vornherein verfassungskonformes Gesetz zu entwerfen. Als ich die Meldung das erste Mal laß, habe ich rasch zum Kalender geschaut. Nein, es war nicht der erste April. Da wirft man also einem deutschen Minister vor, dass er Geld dafür ausgibt, juristisch einwandfreie Gesetze zu entwerfen. Au weia! Mehr fällt mir dazu wirklich nicht ein.</p>
<p>Zu guter Letzt musste sich Frau Merkel vorwerfen lassen, dass sie zum Arbeitsessen geladen hat. Haben wir wirklich keine anderen Themen mitten im Wahlkampf? Meint irgendjemand ernsthaft, so Wähler modilisieren zu können. Offenbar waren alle der Meinung, dass die Wahl ja sowieso schon gelaufen sei. Und bis vorgestern dachte ich das eigentlich auch. Und dann das. In zwei Landesparlamente zieht die Linke als zweitstärkste und in einem westlichen Bundesland als drittstärkste Kraft ein. Sie ist so stark, dass sie in Thüringen den Ministerpräsidenten fordern kann und im Saarland ebenfalls mit Macht an die Regierung drängt. Am Montag strahlte Oskar in Siegerpose auf den Titelblättern aller Gazetten. Nicht einmal die Bild-Zeitung konnte das ignorieren. Deutschland im Oskar-Fieber.</p>
<p>Nun ist es an der SPD, ob sie die Zeichen der Zeit richtig deutet oder endgültig auf sächsisches Niveau absinken will. Der oft zitierte Wähler hatte schon bei der letzten Bundestagswahl entschieden, dass er eine Mehrheit links von der CDU will und auch links von Hartz IV und Agenda 2010. Das hat die SPD damals ignoriert und dafür ihre Quittung bekommen. Sie sinkt in der Gunst des Wählers immer mehr. Dafür steigt der Anteil der Partei, die glaubwürdig für eine Position links des bürgerlichen Blocks steht, immer weiter. Sicherlich, im Saarland sind die Hälfte der Stimmen Stimmen für Oskar Lafontaine und nicht für die Linken. Aber warum wirft man es dieser Partei immer vor, dass sie das hat, was andere nicht haben: Politiker mit Charisma, die die Menschen für politische Ideen begeistern können.</p>
<p>Nun ist es wieder spannend. Wie verhält sich die SPD? Verweigert sie sich wieder dem Wählerwillen? Wenn sie das tut, dann wird sie m. E. so stark verlieren, dass sie nur noch ein rotlackiertes Anhängsel der CDU ist, sofern diese nicht alleine mit der F.D.P. kann. Stellt sie sich dem Wählerwillen und bildet Koalitionen mit der Linken, dann könnte es vielleicht noch mal spannend werden. Vielleicht können dann SPD und Linke gemeinsam so viele Wähler im Endspurt mobilisieren, dass es für eine Mehrheit links der CDU reicht. Die CDU geht deutlich angeschlagen aus diesen Wahlen hervor. Wenn jetzt konstruktiv nachgelegt wird, statt wieder vor der CDU zu kuschen, die natürlich Zeter und Mordio schreien wird, wenn die SPD einen der Linken zum Ministerpräsidenten wählt, dann haben beide zusammen eine gute Chance. Es steht aber zu fürchten, dass die SPD wieder an der falschen Stelle einknickt und Angst vor der eigenen Courage bekommt.</p>
<h2>Anmerkung zum 1. September</h2>
<p>Heute vor siebzig Jahren begann der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen. Am Ende dieses Krieges waren sich alle einig: Von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen. Heute, siebzig Jahre später führt Deutschland wieder Krieg. Tote sind zu beklagen und Orden werden verliehen. Deutsche Soldaten dürfen wieder auf flüchtende Gegner schießen. Deutschland befindet sich im Krieg. Es sei daran erinnert, dass es keineswegs die CDU war, die deutsche Soldaten in den Krieg geschickt hat. Sie macht nur dort weiter, wo ein sozialdemokratischer Kanzler und ein grüner Außenminister angefangen haben.</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Erik</p>
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		<title>Stell Dir vor, es ist Wahl und keiner geht hin &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 12:28:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
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		<description><![CDATA[Gedanken zum Parteienspektrum Bald ist Bundestagswahl. Neben den Plakaten und Werbespots, die für diese und jene Partei stehen, tauchen auch wieder die auf, die für das Wählen an sich werben. Immer wieder ist zu hören, dass es ganz doll wichtig ist, dass wir alle zur Wahl gehen. Warum eigentlich? Weil wir in einer Demokratie leben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Gedanken zum Parteienspektrum</h2>
<p>Bald ist Bundestagswahl. Neben den Plakaten und Werbespots, die für diese und jene Partei stehen, tauchen auch wieder die auf, die für das Wählen an sich werben. Immer wieder ist zu hören, dass es ganz doll wichtig ist, dass wir alle zur Wahl gehen. Warum eigentlich? Weil wir in einer Demokratie leben und es deshalb ganz doll wichtig ist, dass wir wählen gehen. Warum eigentlich? Das ist so in einer Demokratie. Kurz gesagt, der Demokratiebegriff wird verkürzt darauf, dass wir einmal alle vier Jahre unsere Stimme abgeben und dann nach Möglichkeit selbige nicht mehr erheben. Ich frage mich allerdings, an wen ich denn meine Stimme abgeben soll? Welche Partei ist heute denn noch von einem politisch denkenden, fortschrittlichen Geist wählbar? Schauen wir uns das Spektrum an.</p>
<h3>CDU/CSU</h3>
<p>Um zu verstehen, warum ein fortschrittlicher Netzbewohner diese Parteien nicht wählen kann, reichen eigentlich zwei Namen: Schäuble und von der Leyen. Wofür diese beiden und mit ihnen ihre Partei stehen, sollte jedem mittlerweile bekannt sein. Ein solche Partei ist unwählbar.</p>
<h3>SPD</h3>
<p>Oma sagte immer: &#8220;Vergiss nie: Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!&#8221; Die alte Dame bezog sich mit diesem Spruch zum einen auf das Bündnis jener Partei mit den Freicorps gegen die aufständischen Arbeiter und zum anderen auf die Weigerung, sich mit den Kommunisten gegen die Nazis zu vereinen. Der Verrat an den eigenen Prinzipien zieht sich durch die Geschichte dieser Partei. Ist man in der Opposition, gibt man sich sozial und kämpferisch. Ist man an der Regierung, führt man Hartz IV ein und legitimiert den Sozialabbau. Bei den Sozialdemokraten weiß man wenigstens, woran man ist. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass sie das Gegenteil dessen tun, was sie vor der Wahl gesagt haben.</p>
<h3>Die Grünen</h3>
<p>Bei den Grünen verhält es sich noch schlimmer als bei den Sozialdemokraten. Während die Sozialdemokraten ihre Prinzipien immer wieder auf dem Altar der Macht opfern, hatten diejenigen, die heute bei den Grünen das Sagen haben, nie wirklich welche. Welche Aussagen standen dereinst für die Grünen? &#8220;AKW? Nee!&#8221; &#8220;BRD raus aus der Nato!&#8221; &#8220;Abschaffung der Bundeswehr!&#8221; usw. usf. Die Grünen sind dereinst aus einer ganzen Reihe sozialer Bewegungen entstanden, deren integrative Momente die Ablehnung des Krieges und des Militärs, die Erhaltung der Umwelt und sozial gerechterer Verhältnisse waren. Und was geschah, als sie an der Regierung waren? Es war ein grüner Außenminister, der sich als Kriegstreiber gerierte und dafür sorgte, dass heute deutsche Soldaten wieder Krieg führen. Es war ein grüner Umweltminister, der Castor-Transporte genehmigte und sich noch nicht einmal entblödete, die eigenen Leute dazu aufzufordern, dagegen keinen Widerstand mehr zu leisten. Schließlich stünden die Transporte ja jetzt unter seiner Aufsicht. Das erinnerte stark an den Spruch der DKP: &#8220;Nur sozialistische AKWs sind sicher.&#8221; Es war die rot-grüne Regierung, die den Sozialabbau in einer Weise fortführte, wie es sich ein Helmut Kohl nie getraut hätte. Die Personen, die dafür standen, sind diejenigen, die zuvor alle innerhalb der Partei, die Prinzipien hatten, mundtot gemacht haben. Heute gilt für die Grünen nur noch ein Prinzip: Wir wollen Macht.</p>
<h3>Die F.D.P.</h3>
<p>Immerhin würde ich dieser Partei zutrauen, die Freiheit weitestgehend zu verteidigen. Mit dieser Partei wäre das Zensurerleichterungsgesetz sicherlich nicht so einfach machbar gewesen. Auch zu anderen wichtigen Themen wie der Vorratsdatenspeicherung hat sie sich durchaus in meinem Sinne geäußert. Aber was ist mit der Wirtschafts- und Sozialpolitik? Auf diesem Feld steht die F.D.P. für brutalen Neoliberalismus. Nein, dafür gebe ich meine Stimme nicht ab.</p>
<h3>Die Linke</h3>
<p>Was die Linke vertritt, weiß sie selbst nicht so genau. Im Grunde ist diese Partei ein Phänomen, das wir aus Lateinamerika kennen und dort Caudillismo nennen. Wird der Begriff übersetzt, bekommt er auf Grund unserer Geschichte einen Beigeschmack, der hier vollkommen unangebracht ist. Gemeint ist damit das Phänomen, dass Parteien allein auf Grund einer Person, des Caudillos politisches Gewicht bekommen. Die politische Aussage der Partei tritt in den Hintergrund. Und genau so verhält es sich mit der Linken. Ohne die beiden Führungspersönlichkeiten Lafontaine und Gysi hätte sich diese Partei schon lange in viele kleine Grüppchen gespalten. Ohne die integrative Kraft der beiden, wären schon lange die internen Konflikte zu Tage getreten, die für Insider nur allzu offensichtlich sind. Das Spektrum geht von enttäuschten Sozialdemokraten über alter SEDler und Ostalgiker bis hin zu dem, was ich Neuen Wissenschaftlichen Sozialismus nennen möchte. Selbst innerhalb dieser Gruppen herrscht Uneinigkeit. So gibt es in Hamburg z. B. gleich zwei Kommunistische Plattformen. Eine solche Partei muss früher oder später auseinander fliegen.</p>
<h3>Die Piraten</h3>
<p>Eigentlich gehören sie gar nicht hierher. Schließlich werde ich auch nicht begründen, warum ich die Raucherpartei, die Rentnerpartei (Grauen), die Autofahrerpartei oder sonst eine Ein-Themen-Partei nicht wählen werde. Aber die Piraten machen in letzter Zeit Furore, so dass sie nicht unerwähnt bleiben dürfen, steht doch zu befürchten, dass sie einen Achtungserfolg haben werden oder gar ins Parlament einziehen könnten. Aber soll ich sie deshalb wählen? Gewiss nicht. Sie sind unprofessionell und in weiten Teilen sogar unpolitisch. Es ist keine Partei, die aus einer politischen und organisierten Bewegung entstanden ist. Es ist ein Sammelsurium von Individuen, die irgendwie gegen Zensur und gegen Beschränkungen im Internet sind.</p>
<p>Der Vergleich mit den Grünen ist übrigens falsch. Die Grünen waren keine Ein-Themen-Partei, auch wenn sie von den Medien damals auf ein einziges Thema reduziert wurden. Das Problem der Grünen war vielmehr, dass sie aus einer ganzen Reihe von sozialen Bewegungen angefangen von den K-Gruppen bis hin zu konservativen Ökobauern entstanden sind, was dann ja auch recht schnell zu heillosem Flügelschlagen geführt hat. Erst als der linke Flügel von Herrn Fischer gekappt wurde, wurden sie regierungsfähig. Desweiteren wurde diese Partei nicht von unpolitischen Amateuren gegründet, sondern von Menschen, die sich schon sehr lange in anderen Organisationen politisch engagierten.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Keine der Parteien ist wählbar. Diese Form der Demokratie, die darauf basiert, dass man alle vier Jahre die Stimme abgibt, hat sich meines Erachtens überlebt. Allen Parteien ist eines gemeinsam, was sie letztlich unwählbar macht: Sie richten sich mehr nach dem, was sie Sachzwang nennen, als nach dem, was die Bevölkerung wirklich will. Diesen Parteien muss die demokratische Legitimation entzogen werden. Der einzige Weg, den unser System dafür vorsieht, ist eben nicht zu wählen. Machen wir am Wahltag ein großes Kreuz quer über den gesamten Stimmzettel.</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Erik</p>
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		<title>Kostenpflichtiger Qualitätsjournalismus?</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 10:43:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Burda]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum Herr Burda Unsinn redet Herr Burda hat nachgelegt. Wie das Manager Magazin meldete, wünscht sich Herr Burda die Befreiung von der Mehrwertsteuer und die Beteiligung an den Werbeeinnahmen von Google &#038; Co. Das versteht er unter &#8220;fairem&#8221; Wettbewerb. Google wirft er vor, es wäre ein Killer, der sich ein Drittel der Werbeeinnahmen unter den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Warum Herr Burda Unsinn redet</h2>
<p>Herr Burda hat nachgelegt. Wie das <a href="http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,637418,00.html" target="new">Manager Magazin</a> meldete,  wünscht sich Herr Burda die Befreiung von der Mehrwertsteuer und die Beteiligung an den Werbeeinnahmen von Google &#038; Co. Das versteht er unter &#8220;fairem&#8221; Wettbewerb. Google wirft er vor, es wäre ein Killer, der sich ein Drittel der Werbeeinnahmen unter den Nagel reißt, ohne dafür eine aufwendige Leistung zu erbirngen. Es nutze die Arbeit anderer, um Gewinne zu erwirtschaften. Ist das so?</p>
<p>Machen wir ein kleines Experiment. Heute ist eine der Topnachrichten, dass Herr Wiedeking zurücktreten musste. Also geben wir einfach mal seinen Namen bei Google ein und schauen, was passiert. Siehe da. Auf den ersten vier Seiten des Suchergebnisses finden sich fast ausschließlich Seiten der klassischen Presse. Süddeutsche, FAZ, der Spiegel, die öffentlich-rechtlichen Sender, Welt, Zeit und auch der Focus teilen sich die prominenten Plätze in diesem Suchergebnis. Und diejenige, die mit am meisten jammert, die Bildzeitung hat eine Anzeige geschaltet. Wer profitiert hier also von wem? Sollten nicht eher die Verlage an Google zahlen? Wer profitiert hier von wessen kostenloser Leistung?</p>
<p>Herr Burda behauptet weiterhin, dass es sich nicht lohne, im Internet aufzutreten. Die Angebote seien, so zitiert ihn das Manager Magazin, nicht refinanzierbar. Ich wiederhole mich nur ungern. Herr Burda flunkert. Sein eigener Verlage verdient im Netz recht gut, wie ich im Artikel <a href="http://blogs.roderwald.de/2009/07/01/das-gejammer-der-verleger/">Das Gejammer der Verleger</a> am Ende schon erwähnt habe. Ist Herr Burda vielleicht einfach nur grantig, weil sein eigenes Suchmaschinenprojekt gescheitert ist?</p>
<p>Das Internet ist kostenlos, wenn man mal von den Gebühren für die Anschlüsse absieht. Das wird so bleiben. Warum soll ich denn für etwas bezahlen, was ich auch umsonst haben kann? Die hilflosen Versuche, im Netz direkt Geld damit zu verdienen, dass man Seiten nur gegen Zahlung einer auch noch so geringen Summe aufrufen kann, sind gescheitert. Der Markt, der faire Wettbewerb hat dafür gesorgt. Damit müssen die Verlage leben, ob sie wollen oder nicht. Wer überleben will, muss sich an diese neuen Gegebenheiten anpassen. Dass das die deutschen Verlage verpasst haben, sollen nun die Benutzer des Internets bezahlen? Warum? Wenn meine Geschäfte schlecht gehen, kann ich auch nicht einfordern, dass es eine Programmiererflatrate oder eine Dozentenflatrate geben soll, nur weil im Netz das, was ich produziere, auch umsonst abgerufen werden kann. So wie ich durch echte Qualität und Leistung überzeugen muss, müssen das die Verlage auch. So wie ich mit Open Source Software und Online-Tutorials leben muss, müssen die Verlage mit Netzzeitungen und Blogs leben. Und so wie ich diese Angebote in meine Arbeit einbaue, sollten es endlich auch die Verlage tun, statt zu jammern, dass ihnen angeblich das Geschäft kaputt gemacht wird.</p>
<p>Was würde denn passieren, wenn sich Herr Burda mit seinem Wegzoll durchsetzte? Google blockt die Angebote einfach. Ihr wollt Geld von uns dafür, dass wir kostenlos Werbung für Euch machen? Dann machen wir eben keine Werbung mehr für Euch. Ganz einfach. Und auch die Blogosphäre wird so reagieren. Euch stört, dass ich Eure Artikel kommentiere und in meinen Kommentaren verlinke? Na gut. Es gibt genügend andere, die das nicht stört, die sogar dankbar dafür sind, wenn ich das tue und mich dafür auf ihren Seiten verlinken. Gut, Herr Burda, Focus und alle anderen Online-Produkte aus Ihrem Hause werde ich in Zukunft ignorieren. Kein Link mehr, kein Traffic mehr und auch keine Werbeeinahmen mehr über meine Seiten. Wenn Sie das so wollen, dann können Sie das so haben. Beschweren Sie sich hinterher aber nicht, dass Sie wirklich weniger verdienen, als Sie es heute tun. Beschweren Sie sich hinterher nicht, dass Ihre Online-Produkte nicht mehr bei Google auf der ersten Seite gelistet werden.</p>
<p>Andererseits würde ich sehr viel lieber Links auf Ihre Seiten setzen und so Ihnen Traffic und somit Einnahmen verschaffen, wenn auch die großen Online-Produkte aus Ihrem Haus endlich das machten, was in der Blogosphäre so erfolgreich ist: Trackbacks. Aber das tun sie nicht. Sie wollen vom Internet profitieren, ohne sich an die Regeln des Netzes zu halten. Sie wollen verlinkt werden und dafür auch noch Geld kassieren. Sie wollen durch meine Arbeit besser gefunden werden und ich soll dafür auch noch bezahlen. Das ist schlicht und ergreifend absurd.</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Erik</p>
<p>P. S.: Ich werde nicht Ihre Anzeigen, die ich über AdSense vielleicht bekomme, blockieren. Warum auch? Damit will ich ja schließlich Geld verdienen.</p>
<p>Weitere Artikel zum Thema:<br />
<a href="http://www.internet-law.de/2009/07/verlage-rufen-immer-lauter-nach-dem.html" target="new">internet-law.de &#8211; Verlage rufen immer lauter nach dem Staat</a><br />
<a href="http://createordie.de/cod/news/Hubert-Burda-will-an-Googles-Werbeeinnahmen-beteiligt-werden-050078.html" target="new">createordie.de &#8211; Herr Burda will an Googles Werbeeinahmen beteiligt werden</a><br />
<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hamburger-bankrott-erklaerung/" target="new">stefan-niggemeier.de &#8211; Hamburger Bankrott-Erklärung</a><br />
<a href="http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2009/07/hubert-burda-wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass.html" target="new">mediaclinique &#8211; Herr Burda: Wasch mich, aber mach mich nicht nass!</a><br />
<a href="http://www.dwdl.de/story/21902/burda_klagt_google_an_und_will_steuerbefreiung/" target="new">dwdl.de &#8211; Burda klagt Google an und will Steuerbefreiung</a><br />
<a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E99C35A8859434BD7AFC3B486CCF5FB5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="new">faz.net &#8211; Verleger fordern Schutz im Internet</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Angriff auf das Internet</title>
		<link>http://blogs.roderwald.de/2009/07/17/der-angriff-auf-das-internet/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Jul 2009 11:11:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum die &#8220;Kulturflatrate&#8221; gefährlicher ist als die Zensur Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Die Musikindustrie verdient immer weniger Geld. Warum? Ihre Produkte will keiner mehr haben. Ihre klassische Klientel kauft nicht mehr. Der Grund dafür ist ganz einfach. Das Produkt, eine Schallplatte oder eine Musik-CD ist überflüssig geworden. Musik kann heute kostenlos kopiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Warum die &#8220;Kulturflatrate&#8221; gefährlicher ist als die Zensur</h2>
<p>Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Die Musikindustrie verdient immer weniger Geld. Warum? Ihre Produkte will keiner mehr haben. Ihre klassische Klientel kauft nicht mehr. Der Grund dafür ist ganz einfach. Das Produkt, eine Schallplatte oder eine Musik-CD ist überflüssig geworden. Musik kann heute kostenlos kopiert werden. Der Preis für diese Kopie, den der Markt akzeptiert, liegt daher bei genau Null. Dass das nach den geltenden Gesetzen illegal ist, interessiert keinen mehr ernsthaft. Längst ist das kostenlose Kopieren von Musik aber auch anderer digital vorliegender Kunstformen in weiten Teilen der Gesellschaft anerkannt. Musik, die nicht kopiert werden kann, weil sie nicht digital vorliegt oder mit Hilfe technischer Vorichtungen dieses verhindert wird, wird schlicht nicht gehört. Alle Versuche, die darauf abzielen, für das Kopieren Geld zu verlangen, sind gescheitert.  Nun ist die Industrie auf eine neue Idee gekommen: die &#8220;Kulturflatrate&#8221;. Der Name sugeriert etwas Positives. So wie die DSL-Flatrate oder die Telefon-Flatrate scheint der Vorschlag zu bedeuten, man könne gegen einen geringen Betrag so viel Kultur konsumieren, wie man möchte. Tatsächlich handelt es sich um eine Zwangsabgabe, die eine sterbende Industrie alimentieren soll. Im Gegensatz zu dem, was sonst unter Flatrate verstanden wird, soll hier nicht der Preis einer Ware den Marktgegebenheiten nach unten angepasst werden, sondern er soll gegen die Marktentwicklung künstlich erhöht werden. Nicht die einzelnen Unternehmen setzen im freien Wettbewerb einen ihrer Leistung entsprechenden Preis fest, sondern der Staat soll mittels eines Gesetzes den Konsumenten zwingen für etwas zu zahlen, das keinen ökonomischen Wert mehr hat. Im Gegensatz zu den anderen Flatrates kann der Konsument nicht entscheiden, ob er an dieser Ware überhaupt teilhaben will, sondern er wird auf jeden Fall gezwungen zu zahlen, sofern er das Internet nutzen möchte. Eine solche weitere Zwangsabgabe muss verhindert werden.</p>
<h3>Die technische Umsetzung</h3>
<p>Eines der Hauptargumente der Gegner einer solchen Zwangsabgabe ist die Befürchtung, dass der Konsum eines einzelnen Produkts nicht genau gemessen werden kann. Eine gerechte Verteilung sei daher nicht möglich. Egal, was man messe, werden die großen Labels bevorzugt. Kleine innovative Labels werden benachteiligt. Als Beispiel wird das Nichtfunktionieren der GEMA genannt. Diese Argumentation ist falsch und sollte schnellstens unterlassen werden, dient sie doch eher den Befürwortern der Zwangsabgabe. Die GEMA ist ein großer Wasserkopf, der einen nicht unerheblichen Teil der Abgaben, die eigentlich den Rechteinhabern zukommen sollen, verschlingt. Es müssen Zahl und Art der Nutzung eines Stückes erhoben werden. Das Geld muss von vielen, vielen Nutzern eingesammelt und ebenso an viele Zahlungsempfänger verteilt werden. Allerdings geschieht das in der analogen Welt. In der digitalen Welt sieht das ganz anders aus.</p>
<p>In der digitalen Welt ist das Zählen und das Verteilen sehr viel einfacher. Es kann nahezu vollständig automatisiert werden. Es kann sogar vollständig anonymisiert werden. Alle Argumentationen, die darauf abzielen, dass es ähnliche Probleme wie bei der Verteilung durch die GEMA geben wird, übersehen, dass es sich um digitale &#8220;Güter&#8221; handelt, die hier &#8220;konsumiert&#8221; werden.<sup style="font-size:65%"><a href="#foot1" name="text1">1</a></sup> Die Verteilung dieser digitalen &#8220;Güter&#8221; geschieht eben nicht in der analogen Welt. Wäre dem so, hätten wir das Problem nicht. Sie geschieht in der digitalen Welt. In der digitalen Welt aber &#8211; das weiß jeder, der eine Website betreibt &#8211; kann der &#8220;Konsum&#8221; des digitalen &#8220;Gutes&#8221; ohne Probleme und ziemlich genau gemessen werden. Technisch ist das keine wirklich große Aufgabe. Das macht die Sache allerdings nicht weniger gefährlich. Nicht, weil die Verteilung die großen Labels bevorzugt und die kleinen und innovativen freien Künstler benachteiligt. Auch das wäre sicherlich technisch lösbar. Es macht die Sache gefährlich, weil zur Durchsetzung eines solchen Modells gravierende Eingriffe in die Funktionsweise des Internets notwendig wären. Allerdings ist das in der breiten Öffentlichkeit kaum diskutierbar, da den Beteiligten die notwendige Sachkenntnis fehlt. Daher schlage ich vor, diesen Zweig der Diskussion zu verlassen und sich ausschließlich mit den inhaltlichen Problemen, die eine weitere Zwangsabgabe mit sich zieht, zu beschäftigen.</p>
<h3>Die Grenzen der &#8220;Kulturflatrate&#8221;?</h3>
<p>Zur Zeit wird das Thema hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Herunterladen der Musik diskutiert. Aber es heißt sicherlich bewusst nicht &#8220;Musikflatrate&#8221;. Man nennt es &#8220;Kulturflatrate&#8221;. Das impliziert die Ausweitung des Systems auf andere Bereiche der Kultur. Wenn es eine solche Zwangsabgabe für die sterbende Musikindustrie geben soll, warum dann nicht auch für die Filmindustrie, die digitale Malerei, Texte? In fast allen Bereichen der Kultur können wir heute digitale Produkte kostenlos &#8220;konsumieren&#8221;. Was ist eigentlich mit Pornografie? Es gibt keinen Grund, nicht auch diese mit in eine solche Zwangsabgabe einzuschließen, will der Staat neutral bleiben. Die Einführung einer solchen Zwangsabgabe öffnet eine weitere Büchse der Pandora. Hat sich einmal die Musikindustrie mit der Forderung nach der Abgabe durchgesetzt, werden sich die anderen Begehrlichkeiten nicht abweisen lassen. Es wird sich kein sachlicher Grund dafür finden lassen, andere nicht auch an der Abgabe zu beteiligen. Logischerweise wird die Abgabe jedes Mal kräftig erhöht werden müssen.</p>
<h3>Was ist Kultur?</h3>
<p>Wer erhält einen Anteil am Kuchen? Wer bestimmt, was kulturell wertvoll ist und was nicht? Der Staat? Ein &#8220;unabhängiges&#8221; Gremium? Was immer ich mir vorstellen kann, macht mir Angst. Gerade unser Volk mit seiner Geschichte sollte vor Schreck zusammenzucken bei dem Gedanken, dass eine wie auch immer geartete staatliche oder staatlich sanktionierte Stelle entscheidet, was kulturell wertvoll ist und was nicht. Auch hier gilt für den Staat das Neutralitätsgebot. Auf keinen Fall dürfen wir zulassen, dass in irgend einer Weise außer durch den gesellschaftlichen Diskurs entschieden wird, was unsere Kultur ausmacht und was nicht. Stellen wir uns einfach mal vor, eine solche Institution hätte es vor 30 Jahren schon gegeben. Hätten wir dann Rap und HipHop? Gäbe es Techno? Wohl kaum.</p>
<p>Wenn also einerseits die &#8220;Kulturflatrate&#8221; nicht auf eine bestimmte Kunstform eingeschränkt werden kann und demzufolge auf alle Formen der kulturellen Äußerung ausufern wird und andererseits sich der Staat an das Neutralitätsgebot halten muss, dann werden zwangsläufig alle, die im Netz in irgend einer Weise publizieren, vor der Tür stehen und ein Stück vom Kuchen einfordern. Am Ende wird das gesamte Netz erfasst und zentral gemessen werden müssen, um diesen Forderungen gerecht zu werden. Was das nicht nur technisch, sondern vor Allem inhaltlich für das Netz bedeutet, überlasse ich Deiner Phantasie, lieber Leser.</p>
<p>Um das Ausufern zu verhindern, wird vorgeschlagen, dass ähnlich wie bei der GEMA eine Gebühr zu zahlen sei, sofern man an der Verteilung teilhaben möchte. Eine solche Gebühr aber verstößt wieder gegen das Neutralitätsgebot. Entweder hält man die Gebühr so niedrig, dass sie sich jeder leisten kann. Dann ist sie wirkungslos. Oder man setzt sie so hoch an, dass tatsächlich private Publizisten vom System ferngehalten werden. Dann aber benachteiligt man die kleinen innovativen Anbieter mit geringen Einnahmen gegenüber den großen Labeln, da im ersten Fall die Gebühr vielleicht einen zweistelligen Prozentsatz der Einnahmen beträgt, während die großen Label darüber nur lachen. Wie auch immer man es dreht und wendet. Entweder man öffnet das System für alle oder man benachteiligt die kleinen Anbieter.</p>
<h3>Fördert die Kulturflatrate die kulturelle Innovation?</h3>
<p>Eines der Hauptargumente der Befürworter der Zwangsabgabe ist die Behauptung, dass durch das Sinken des Preises auf Null die Gefahr besteht, dass die Kunst ausstirbt. Das ist falsch. Gefordert wird die Zwangsabgabe von der Industrie, die in keinster Weise innovativ ist. Die bestehende Musikindustrie, die großen Labels bedienen ausschließlich den Mainstream. Die Innovation findet außerhalb dieser Labels statt und wird von ihnen erst dann vermarktet, wenn sie Mainstream geworden ist. HipHop und Rap z. B. entstanden auf den Straßen der Slums in den USA und nicht in den Studios. Ihre erste Verbreitung fanden sie unter anderem auf unabhängigen und kostenlosen Websites. Die Protagonisten dieser Bewegung machten ihre Musik gerade nicht, weil sie damit viel Geld verdienen wollten. Sie wollten sich und ihren Protest gegen ihre Situation artikulieren. Heute ist das Mainstream, weil es einfach gut ist. Aber die Innovation fand außerhalb, ja gegen die großen Labels statt. Oder versuche doch einmal innovative kubanische Musik in einem deutschen Plattenladen zu erwerben. Die Künstler werden noch nicht einmal im Verzeichnis der lieferbaren Titel auftauchen, obwohl sie sicherlich zu der Avantgarde der modernen Musik zählen.</p>
<p>Und was ist das für ein trauriges Bild des Künstlers, das da gezeichnet wird. Es ist eine historische Ausnahme, dass Künstler mit ihrer Kunst reich werden. Dennoch gab es zu allen Zeiten große Künstler. Warum? Weil ein Künstler Kunst macht, weil er ein Künstler ist. Jeder, der einmal ernsthaft ein Instrument erlernt hat, weiß, dass das Bedürfnis, es zu spielen, das ganze Leben lang anhält egal, wie gut oder schlecht man ist. Nein, Künstler machen Kunst aus ganz anderen Gründen als die ökonomische Verwertbarkeit ihrer Produkte.</p>
<p>Sicherlich müssen Künstler von irgend etwas leben. Sicherlich muss sich unsere Gesellschaft etwas überlegen, wie sie Künstler alimentieren möchte. Die Zwangsabgabe ist keine solche Überlegung. Sie soll nicht den Künstlern, sondern den großen Rechteverwertern zukommen. Warum kehren wir nicht zu dem System des Mäzenentums zurück? Das hat jahrtausendelang gut funktioniert. Wer gut ist, findet einen Sponsor. Wer schlecht ist, findet keinen. Auch hier wird der, dessen Bekanntheitsgrad durch Qualität steigt, mehr verdienen als der, der unbekannt ist und bleibt. Allerdings brauchen wir dafür keine Kulturindustrie mehr. Die großen Labels werden dann wieder verschwinden. Die historische Ausnahme wird historische Ausnahme bleiben.</p>
<p>Dann sind die Künstler doch aber von den Mäzenen abhängig. Ja und? Sind sie jetzt unabhängig? Natürlich wird es ein Künstler, der die Gesellschaft kritisiert, der z. B. anarchistische Inhalte transportieren möchte, schwer haben, dafür einen Sponsor zu finden. Aber ist das jetzt anders? Wird ein solcher Künstler heute von den großen Labels produziert? Nein. Es ändert sich an der Sache nicht das geringste. Lediglich der Wasserkopf der Verwerter fällt weg. Doch, es ändert sich etwas. Historisch betrachtet finden sich immer wieder Künstler, die die Gesellschaft kritisiert haben und dennoch Mäzene fanden. Die großen Label gehen dieses Risiko auf keinen Fall ein.</p>
<p>Stellen wir also fest, dass keinerlei Gefahr besteht, dass die Kunst beim Wegfall der großen Verwerter aufhört zu existieren, so können wir auch feststellen, dass bei einer Zwangsabgabe die Innovation gehemmt wird. Stellen wir uns vor, es gäbe ein System, das in irgendeiner Weise misst, welche Musik via Internet in welcher Menge konsumiert wird. Dafür gibt es dann einen Anteil am feststehenden Kuchen, der sich aus der Zwangsabgabe speist. Was ist also ökonomisch sinnvoller? Das teure Herstellen neuer innovativer Produkte mit dem Risiko, dass keiner sie herunterlädt? Oder das Anbieten alter Titel, von denen man weiß, dass sie beliebt sind, und die einen nichts kosten?</p>
<h3>Die Gefahr für das Netz</h3>
<p>Ein so ausuferndes System der Alimentation über eine Zwangsabgabe ist nicht durchführbar. Technisch wäre es sicherlich möglich. Aber es ist politisch nicht durchsetzbar. Wie hoch soll denn die Zwangsabgabe sein, damit alle aus dem Topf so bedient werden können, dass die bisherigen Einnahmen weiterhin gewährleistet sind und die neu hinzu kommenden auch noch ihren Anteil bekommen? Also müsste das System in irgend einer Weise, sei es durch hohe Gebühren, sei es durch eine Kommision, eingeschränkt werden. Was hätte das zur Folge?</p>
<p>Auf der einen Seite hätten wir Angebote, die finanziert durch die Zwangsabgabe werbefrei wären. Auf der anderen Seite müssten sich die anderen Angebote weiterhin mittels des moderenen Sponsorings finanzieren. Das Problem ist: Werbung nervt. Der Benutzer mag Werbung nicht. Werbefreie Angebote sind beliebter als Angebote, auf deren Seiten es überall blinkt und zittert. Mein eigener Blog hat mir ohne Werbung sehr viel besser gefallen als mit. Konsequenterweise werden die Benutzer die alimentierten werbefreien Angebote bevorzugen. Bleiben aber die Benutzer aus, sinken auch die Werbeeinnahmen, die einzigen Einahmen, aus denen sich kleine Anbieter zur Zeit finanzieren. Die ökonomische Basis für innovative Angebote im Netz wird zerstört. Das Netz wird inhaltlich verarmen. Deshalb ist eine &#8220;Kulturflatrate&#8221; gefährlicher als jede Zensur. Zensur kann man umgehen. Die Zerstörung der ökonomischen Basis aber wird die Angebote selbst verschwinden lassen.</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Erik</p>
<p><small><br />
<a name="foot1" href="#text1">1</a> Im strengen Sinne handelt es sich bei dem, wovon hier die Rede ist, weder um ein Gut noch um einen Konsum. Das hier behandelte &#8220;Gut&#8221; ist keines, da es sich in keinster Weise materialisiert. Daher kann es auch nicht konsumiert werden. Konsum setzt nämlich voraus, dass das Gut mit dem Konsum langsam aber sicher verschwindet. Ein digitales &#8220;Gut&#8221; wird aber durch den &#8220;Konsum&#8221; nicht weniger. Es wird in keister Weise beschädigt. Eine CD z. B. ist irgendwann so zerkratzt oder schlicht verrostet, dass die enthaltene Information nicht mehr vorhanden ist. Eine Datei hingegen nimmt durch das Abspielen keinen Schaden. Allenfalls die Hardware, auf der die Datei gespeichert ist, geht kaputt. Deshalb machen wir Backups, die die Zerstörung der digitalen &#8220;Güter&#8221; verhindern. Das ist im Übrigen auch ein Grund, warum digitale Güter eigentlich keinen Wert haben. Sie gehen nicht kaputt.</small></p>
<p>Weitere Artikel zum Thema:<br />
<a href="http://netzpolitik.org/2009/netzpolitik-podcast-075-die-kulturflatrate/" target="new">netzpolitik.org . Podcast 075 &#8211; Die Kulturflatrate</a><br />
<a href="http://netzpolitik.org/2009/brauchen-wir-eine-oeffentlich-rechtliche-internetanstalt/" target="new">netzpolitik.org &#8211; Brauchen wir eine öffentlich-rechtliche Internetanstalt?</a><br />
<a href="http://netzwertig.com/2009/01/19/kulturflatrate-eine-schlechte-idee-die-sich-hartnaeckig-haelt/" target="new">netzwertig.com &#8211; Kulturflatrate: Eine schlechte Idee, die sich hartnäckig hält</a></br /><br />
<a href="http://netzwertig.com/2008/06/18/warum-eine-kulturflatrate-desastroes-waere/#more-2070" target="new">netzwertig.com &#8211; Warum eine Kulturflatrate desaströs wäre</a><br />
<a href="http://netzwertig.com/2009/06/29/kulturflatrate-pro-und-contra/" target="new">netzwertig.com &#8211; Kulturflatrate: Pro und Contra</a><br />
<a href="http://carta.info/10584/markt-oder-allmendewirtschaft-worum-es-bei-der-kulturflatrate-eigentlich-geht/" target="new">carta.info &#8211; Markt- oder Allmendewirtschaft: Worum es bei der Kulturflatrate eigentlich geht</a><br />
Und zwei interessante Artikel zum Urheberrecht:<br />
<a href="http://www.boersenblatt.net/326922/" target="new">boersenblatt.net &#8211; Ohne Kompromisse geht gar nichts</a><br />
<a href="http://www.boersenblatt.net/328525/" target="new">boersenblatt.net &#8211; Lasst sie laufen!</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Australische Kinderrechtsorganisationen gegen Internetsperren</title>
		<link>http://blogs.roderwald.de/2009/07/12/australische-kinderrechtsorganisationen-gegen-internetsperren/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 21:37:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[GetUp!]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperre]]></category>
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		<description><![CDATA[Die beiden australischen Kinderrechtsorganisationen Save the Children Australia und National Children&#8217;s &#038; Youth Law Centre haben sich zusammen mit GetUp!, einer australischen politischen Internetcommunity mit immerhin über 325.000 Mitgliedern, und anderen Organisationen gegen Sperren von Kinderpornoseiten ausgesprochen. Die Sperren seien ineffektiv und würden die Opfer nicht schützen. Sie seien leicht zu umgehen und wären daher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die beiden australischen Kinderrechtsorganisationen Save the Children Australia und National Children&#8217;s &#038; Youth Law Centre haben sich zusammen mit <a href="http://www.getup.org.au/about/" target="new">GetUp!</a>, einer australischen politischen Internetcommunity mit immerhin über 325.000 Mitgliedern, und anderen Organisationen gegen Sperren von Kinderpornoseiten ausgesprochen. Die Sperren seien ineffektiv und würden die Opfer nicht schützen. Sie seien leicht zu umgehen und wären daher ein vollkommen ungeeignetes Mittel gegen Kinderpornografie.</p>
<p>Das Geld solle besser, so weiter in der gemeinsamen Erklärung, für die Strafverfolgung und Aufklärung verwendet werden. In Australien müssten, ca. 33 Mio. australische Dollar pro Jahr  ausgegeben werden, um diese Sperren zu errichten. Das sei schlicht rausgeschmissenes Geld, da die Sperren nicht nützten. Mit diesem Geld aber könnten z. B. 300 neue Kriminalbeamte eingestellt werden, die sich um die Strafverfolgung der Täter kümmern könnten, so eine Sprecherin der Kinderschutzorganisationen. Außerdem solle Software unterstützt werden, die es Eltern ermöglicht, gezielt den Internetzugang ihrer Kinder zu filtern.</p>
<p>Weiter betont die Erklärung, dass der Preis für solche Sperren die Freiheit wäre. Die Erklärung endet mit den Worten: &#8220;Keine andere westliche Demokratie hat einen verpflichtenden Filter auf Ebene des ISP. Die Australier sollten nicht ihre Freiheit opfern müssen, um weltführend in der ineffektiven Internetzensur zu werden.&#8221;</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Erik</p>
<p>Quellen:<br />
<a href="http://www.australianit.news.com.au/story/0,24897,25756003-15306,00.html" target="new">Australian IT</a><br />
<a href="http://www.abc.net.au/news/stories/2009/07/09/2621354.htm" target="new">ABS News Australia</a><br />
<a href="http://www.cnet.com.au/children-s-liberties-groups-protest-filter-339297339.htm" target="new">cnet australia</a><br />
Die Erklärung im Wortlaut:<br />
<a href="http://www.cla.asn.au/0805/index.php/articles/2009/active-anti-censorship-campaign-starts" target="new">Statement on Internet Censorship</a></p>
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		<title>Wenn das Frau von der Leyen sieht &#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jul 2009 16:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenkliches und Satirisches]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Schere im Kopf Ich bin Vater. Mein kleiner Sohn ist sechs Jahre alt. Am Wochenende muss das Kind beschäftigt werden. Was macht also ein guter Vater? Er geht mit seinem Kind irgendwohin, wo es Spaß hat. Also blättere ich im Internet und suche einen solchen Platz. Ich lese: &#8220;Sie haben Lust auf einen abwechslungsreichen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Die Schere im Kopf</h2>
<p>Ich bin Vater. Mein kleiner Sohn ist sechs Jahre alt. Am Wochenende muss das Kind beschäftigt werden. Was macht also ein guter Vater? Er geht mit seinem Kind irgendwohin, wo es Spaß hat. Also blättere ich im Internet und suche einen solchen Platz. Ich lese: &#8220;Sie haben Lust auf einen abwechslungsreichen, fröhlichen, sportlichen und actionreichen Tag mit Ihrer Familie?&#8221; Das scheint mir das Richtige. Also frage ich Frau und Kind, ob sie dazu Lust haben. Beide sagen Ja. Schnell ein paar Sachen gepackt und dann los. Das Wetter ist herrlich. Es verspricht ein schöner Tag zu werden. Ich zahle den Eintritt und wir stürzen uns ins Vergnügen.</p>
<p>Aber was muss ich sehen? In einer Ecke steht ein Mann etwa so alt wie ich vor einem Klettergerüst. Er macht Fotos. Fotos von einem Mädchen, vielleicht 13 Jahre alt. Sie trägt nur einen Bikini. Sie klettert durch das Gerüst, lächelt in die Kamera, spreizt die Beine. Wo bin ich hingeraten? Ich schaue mich weiter um. Das kann nicht sein. Mitten im Herzen Deutschlands ein Hort widerlichster Kinderpornografie. Uns gegenüber ein alter Mann. Der ist sicher schon an die 70, denke ich mir. Er spricht mit zwei leicht bekleideten Mädchen. Er gibt ihnen Geld. Ich bin fassungslos.</p>
<p>Überall, wohin ich auch sehe, Szenen, die eindeutig auf den Index gehören. Dort zwei engumschlungene Teenager, die miteinander knutschen. Drumherum sehe ich mehrere weitere Jugendliche, die zusehen. Weiter hinten ein nacktes Mädchen kaum drei Jahre alt. Sie ist bis auf einen Hut völlig unbekleidet. Der Mann, der neben ihr liegt, holt eine Kamera hervor und fotografiert das arme Kind. Dort zwei vielleicht 16jährige Mädchen, die einem etwa 17jährigen Jungen zärtlich den Rücken massieren. Und dann kann ich eine solche Szene aus nächster Nähe beobachten. Direkt neben uns plaziert sich ein Paar, beide etwa 30 Jahre alt. Sie haben ein kleines nacktes Kind bei sich. Später erfahre ich, dass es kein Jahr alt ist. Sie legen sich auf eine große Decke. Die Frau hebt dem Mann das Kind auf den Bauch. Das Kind kneift dem Mann in die Brustwarzen. Er lacht und streichelt das Kind über den Rücken.</p>
<p>Soll ich nicht besser die Polizei rufen? Nein, wir lachen mit und unterhalten uns nett mit den beiden. Wir sind im Finkenwerder Freibad. Das Zitat oben stammt von der <a href="http://www.baederland.de" target="new">Website der Firma &#8220;Bäderland Hamburg&#8221;</a>. Es ist alles ganz harmlos. Aber nach der heutigen Rechtslage droht der harmlosen Website der Familie des Herrn, der wahrscheinlich seine Tochter fotografiert hat, oder der desjenigen, der seinen kleinen Nackedei fürs virtuelle Fotoalbum festgehalten hat, das Stoppschild, vielleicht sogar Schlimmeres. Wollen wir das?</p>
<p>Diese Gedanken schossen mir im Freibad so durch den Kopf. Schon komisch, dachte ich mir, wie diese Diskussion meine Sicht der Dinge verändert hat. Letztes Jahr wäre ich mit Sicherheit nicht auf solche absurden Gedanken gekommen. Aber nun habe ich z. B. den Text in <a href="http://netzpolitik.org/2009/hintergrundtext-kinderpornographie-internet-sperren/" target="new">netzpolitik.org</a> gelesen, wie weit der Begriff der Kinderpornografie mittlerweile ausgedeht wurde. Die Fotos, die dort im Freibad gemacht wurden und die mit Sicherheit alle ganz harmlose Familienfotos sind, wie sie sich in jedem Fotoalbum finden, sind nach dieser Definition pornografisch. Jeder, der solche Fotos ins Netz stellt, steht in der Gefahr, mit dem Staatsanwaltschaft Bekanntschaft zu machen.</p>
<p>Das ist das schlimme an der Zensur. Sie erzeugt eine Schere im Kopf. Sicher wird jetzt jeder CDU-Politiker und auch jeder von der SPD mit der Inbrunst der Überzeugung feststellen, dass solche Fotos doch gar nicht gemeint sind. Ich glaube Ihnen das sogar. Aber ich habe sie gespürt, die Schere im Kopf. Ich habe mir tatsächlich Gedanken darüber gemacht, ob ich den Mann, der seine Tochter fotografierte, nicht warnen solle, dass er diese Bilder bloß nicht ins Netz stellt. Ja, das waren durchaus erotische Fotos. Aber sicher keine Kinderpornografie. Gequält wurde das Mädchen auch mit Sicherheit nicht. Sie hat fröhlich gelacht. Es hat ihr Spaß gemacht.</p>
<p>Vielleicht zeigt sie die Fotos ein paar Freundinnen und kichert dabei. Vielleicht zeigt sie auch der Vater ein paar Freunden und ist dabei so stolz, wie ein Vater halt stolz ist, wenn er sieht, dass seine Tochter langsam zu einer schöne Frau wird. Vielleicht stellt er sie auch ins Internet, damit die Tante in den USA oder die Oma im Heimatland der Frau auch sehen können, was für ein hübsches Mädchen sie geworden ist. Darf er das? Darf er überhaupt solche Fotos machen und besitzen?</p>
<p>Ich habe einen weiteren, 16jährigen Sohn, der von der Natur mit einem Körper ausgestattet wurde, der an Adonis erinnert. Natürlich bin ich stolz, dass er so aussieht. Demnächst möchte ich zusammen mit ihm eine Website erstellen. Er wird bald die Schule beenden. Da ist es gut, wenn er schon mal was in den Händen hat, sich an die Darstellung seiner selbst im Web gewöhnt, lernt, was wie geht, was man über sich mitteilen sollte und was nicht. Und schon spüre ich sie wieder, die Schere im Kopf. Welche Fotos soll ich einstellen? Er möchte gerne mit Sport sein Geld verdienen. Er hat einen prächtigen Körperbau. Er ist &#8211; hoffentlich sage ich jetzt nicht zu viel und morgen kommt der Staatsanwalt &#8211; ein durchaus erotischer junger Mann. Kann ich Fotos von ihm verwenden, auf denen er halb nackt ist?</p>
<p>Was ist los mit mir? Was ist los mit diesem Land, dass ich, der ich noch nie große Angst davor hatte, das zu tun und zu sagen, was ich wollte, solche Gedanken hege? Einerseits ist es sicherlich das Thema. Mit dem Staatsanwalt Probleme zu bekommen, weil man etwas geäußert hat, was einem anderen nicht passt, ist nicht ehrenrührig. Im Gegenteil, in manchen Kreisen wird man dafür geradezu zum Helden. Aber wer will sich schon gerne gegen den Vorwurf der Kinderpornografie wehren müssen? Andererseits ist es aber auch die Form, in der die Diskussion geführt wird. So wie Frau von der Leyen aber auch andere argumentieren, verbreiten sie Angst. Wenn Frau von der Leyen z. B. droht, ein Umgehen der Sperren sei eine bewusste Straftat, dann kriminalisiert sie damit alle User, die es bevorzugen, einen nicht in Deutschland stehenden DNS-Server zu benutzen, warum auch immer. Das macht Angst. Wenn dann auch noch ein Milliardenvolk gegen jede Realität bezichtigt wird, Kinderpornografie nicht zu verfolgen, dann macht das Angst. Angst davor, was noch kommen könnte. Aber auch Angst davor, auf Grund irgendwelcher dummen Zufälle selbst in Verdacht zu geraten. Diese Angst ist der Tod der Demokratie.</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Erik</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Frau von der Leyen, treten Sie zurück!</title>
		<link>http://blogs.roderwald.de/2009/07/10/frau-von-der-leyen-treten-sie-zuruck/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 08:48:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperre]]></category>
		<category><![CDATA[Sperrliste]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Ministerin beleidigt über 1 Mrd. Menschen Ist es denn noch zu fassen? Heute morgen lese ich im lawblog.de, Frau von der Leyen hätte gesagt, in Indien wäre Kinderpornographie nicht geächtet. Sie wird mit den Worten zitiert: &#8220;Aber da stößt man (an) Grenzen, wenn der Server z.B in Indien steht. Ein Land, das keinerlei Ächtung von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Ministerin beleidigt über 1 Mrd. Menschen</h2>
<p>Ist es denn noch zu fassen? Heute morgen lese ich im <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/07/09/die-inder-und-die-kinder/" target="new">lawblog.de</a>, Frau von der Leyen hätte gesagt, in Indien wäre Kinderpornographie nicht geächtet. Sie wird mit den Worten zitiert: &#8220;Aber da stößt man (an) Grenzen, wenn der Server z.B in Indien steht. Ein Land, das keinerlei Ächtung von Kinderpornografie hat.&#8221; Sie sagt damit, wenn man ihre sonstigen Äußerungen zu dem Thema in Betracht zieht, das indische Volk würde die brutale Vergewaltigung von Kindern nicht verurteilen. Sie behauptet, in Indien werde dieses Verbrechen nicht verfolgt. Mir fehlen die Worte.</p>
<p>Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder ist diese Frau vollständig desinformiert oder sie lügt bewusst. Eigentlich ist mir die Dame sogar sympathisch. Vieles von dem, was sie sonst noch äußert und sonst in ihrer Amtszeit angestoßen hat, findet durchaus meine Zustimmung. Zuletzt ihr Vorschlag, alle Grundschulen (warum eigentlich nur Grundschulen) mit Internetzugang auszustatten und schon im frühen Alter die Medienkompetenz zu fördern. Auch dass sie sagt, sie fände ihren Spitznamen &#8220;Zensursula&#8221; und die T-Shirts mit diesem Aufdruck komisch, kommt bei mir sehr positiv an.</p>
<p>Daher gestehe ich ihr zu, dass sie es einfach nicht besser weiß. Aber dann lässt man sich nicht zu solchen Aussagen hinreißen. Das ist tiefstes Stammtischniveau, das auf ein Kameradschaftstreffen der NPD gehört und nicht in den Mund einer Vertreterin des Deutschen Volkes. Nein, ich will Frau von der Leyen keineswegs in die rechte Ecke stellen. Da gehört sie bestimmt nicht hin. Aber diese Äußerung gehört dort hin. Ich bin wütend. Frau von der Leyen, treten Sie sofort zurück und entschuldigen Sie sich beim indischen Volk!</p>
<p>An meine indischen Mitbürger in diesem Land und an alle Inder auf dieser Welt: Bitte glaubt nicht, dass wir Deutschen über Euch so denken. Das ist nicht so! Ich habe Euch als freundliche, höfliche, gastfreundliche und sehr kinderliebe Menschen kennengelernt. Ich schäme mich zutiefst für diese Äußerung meiner Regierung.</p>
<p>To the indian people who live in my country and all Indians all over the world. Please don&#8217;t believe that we the german people believe that you are like this. That&#8217;s not true. I know you as people who are friendly, polite, hospitable and very fond of children. I&#8217;m really ashamed of that statement of my goverment.</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Erik</p>
<p>Nachtrag:</p>
<p>Folgende Email habe ich an die indische Botschaft geschickt:</p>
<blockquote><p>
Sehr geehrte Damen und Herren, verehrter Herr Botschafter Sudhir Vyas,</p>
<p>die Ministerin Frau von der Leyen hat sich gestern in einer Weise über Ihr Land geäußert, die mich als Deutschen sehr beschämt. In aller Form und mit ganzem Herzen möchte ich Sie und Ihr Volk für diese Äußerung um Verzeihung bitten.</p>
<p>Hochachtungsvoll</p>
<p>Erik Roderwald
</p></blockquote>
<p>Auf <a href="http://netzpolitik.org/2009/von-kindern-und-kuehen-von-der-leyen-erneut-der-luege-ueberfuehrt/" target="new">netzpolitik.org &#8211; Von Kindern und Kühen: Von der Leyen erneut der Lüge überführt</a> gibt es die Zitate zu hören und den Nachweis, dass sie natürlich nicht recht hat.</p>
<p>Noch ein sehr guter und sachlicher Artikel zum Thema:<br />
<a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/579/zensursula-indien-microsoft-und-die-luge-in-der-politik" target="new">spiegelfechter.com &#8211; Zensursula, Indien, Microsoft und die Lüge in der Politik</a></p>
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		<item>
		<title>Das Märchen von der Zinsknechtschaft</title>
		<link>http://blogs.roderwald.de/2009/07/09/das-marchen-von-der-zinsknechtschaft/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 13:01:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Geldwesen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum das zinsnehmende Kreditwesen notwendig ist In meinem vorletzten Artikel habe ich nachgewiesen, dass Herr Thiesen rechtspopulistische Wirtschaftstheorien vertritt, die allgemein als falsch gelten dürften. Ich bezog mich auf die Thesen zu dem, was unter dem Begriff &#8220;Zinsknechtschaft&#8221; bekannt ist. Einige von Euch haben mich gebeten, die Theorie zu widerlegen, da sie doch auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Warum das zinsnehmende Kreditwesen notwendig ist</h2>
<p>In meinem vorletzten Artikel habe ich nachgewiesen, dass Herr Thiesen rechtspopulistische Wirtschaftstheorien vertritt, die allgemein als falsch gelten dürften. Ich bezog mich auf die Thesen zu dem, was unter dem Begriff &#8220;Zinsknechtschaft&#8221; bekannt ist. Einige von Euch haben mich gebeten, die Theorie zu widerlegen, da sie doch auf den ersten Blick so einsichtig wäre. Das will ich gerne tun. Dazu ist ein wenig Mathematik notwendig. Ich werde das Ganze sehr stark vereinfacht darstellen. Die Wirtschaftswissenschaftler und auch die Hobbyökonomen unter Euch mögen mir das nicht übel nehmen. Es soll allgemeinverständlich sein und nicht exakt die Realität abbilden. Es geht um das Prinzip. Weiter sei hier vorausgeschickt, dass ich ausschließlich über Unternehmenskredite referiere. Bei Privatkrediten kann es ähnliche Effekte geben. In der Regel hat der Endverbraucher aber am Ende weniger Geld in der Tasche als ohne Kredit.</p>
<p>Zum besseren Verständnis habe ich eine <a href="http://blogs.roderwald.de/wp-content/uploads/2009/07/kedit.ods">ODS-Tabelle (Open Office)</a> erstellt. Entschuldigt die miserable Formatierung.</p>
<h3>These: Der Zins schadet einem Unternehmen</h3>
<p>Die erste Behauptung der Theoretiker der Zinsknechtschaft lautet, ein verzinster Kredit schade einem Unternehmen. Das ist falsch. Tatsächlich mindert ein Kredit den Unternehmensgewinn nicht, sondern ist ein Mittel, den Gewinn zu steigern. Wie das?</p>
<p>Nehmen wir an, wir haben ein Unternehmen mit zehn Maschinen im Wert von 10 Mio. Euro. Der Einfachheit halber nehmen wir weiter an, dass sich alle anderen Kosten der Firma gleichmäßig auf diese Maschinen verteilen und mit ihrer Anzahl sich entsprechend verringern oder erhöhen. Am Ende werde ich noch ein paar Worte dazu schreiben, was passiert, wenn dem nicht so ist. Am Anfang vernachlässigen wir also alle anderen Kosten. Logischerweise steigt und fällt der Gewinn auch linear mit der Anzahl der Maschinen. Wir nehmen einen Jahresgewinn vor Steuern von 1&nbsp;Mio. Euro bei einem Steuersatz von 50% an. Das macht einen Nettogewinn nach Steuern von 500.000 Euro.</p>
<p>Nun geht eine Maschine kaputt. Sie kostet 1 Mio. Euro. Nun haben wir drei Möglichkeiten. Das Unternehmen kauft keine neue Maschine. Das Unternehmen nimmt einen Kredit von 1&nbsp;Mio. auf, um die Maschine zu ersetzen. Das Unternehmen besitzt 1 Mio. freies Kapital (schön blöd) und kann die Maschine bar bezahlen. Spielen wir alle drei Möglichkeiten durch.</p>
<p>Im ersten Fall verliert das Unternehmen jedes Jahr 10% seines Gewinns. In zehn Jahren macht das Unternehmen also statt 5 Mio. Euro Gewinn nur noch 4,5 Mio. Es fehlen also 500.000 Euro gegenüber der Ausgangssituation mit zehn Maschinen. Eine deutliche Gewinnminderung.</p>
<p>Wie sieht es bei einem Kredit aus? Nehmen wir an, die Bank leiht unserem Unternehmer die 1&nbsp;Mio. zu einem Zinssatz von 10% p. a. Wir vereinfachen wieder und nehmen an, dass nur eine Rate pro Jahr gezahlt wird. Wir erhalten dann zehn Jahresraten zu 162.745,39 Euro. Das macht eine Gesamtzahlung von 1.627.453,95 Euro. Das klingt erstmal viel. Aber schadet es unserem Unternehmer? Rechnen wir nach. Rechne ich die Gewinne nach Abzug der gezahlten Zinsen und nach Steuer bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen zusammen, komme ich auf einen Gesamtgewinn in der Periode von zehn Jahren von 4.686.273,03 Euro. Das sind immer noch 313.726,97 Euro weniger als vor Aufall der zehnten Maschine. Aber es sind auch ca. 186.000 Euro mehr als bei Nichtkauf der Maschine. Also hat der Kredit gegenüber dem Nichtkauf der Maschine den Unternehmensgewinn erheblich erhöht.</p>
<p>Aber es ist doch immer noch weniger als bei Barzahlung. Wenn der Unternehmer bar zahlt, macht er weiterhin 500.000 Euro Gewinn pro Jahr. Wieso erhöht der Kredit auch in diesem Fall den Unternehmensgewinn? Ganz einfach. Kein Unternehmen ist so dumm und hat 1 Mio. Euro in der Kasse rumliegen. Geld das in der Kasse liegt, ist totes Geld. Es ist kein Kapital, das sich verwertet. Was macht unser Unternehmen also, falls es tatsächlich so viel Geld rumliegen hat? Es investiert entweder in das eigene Unternehmen oder in ein fremdes. Hätte es sich selbst erweitert, wären die 1 Mio. nicht flüssig, sondern im Unternehmen gebunden. Also muss in ein fremdes investiert worden sein. Das Geld liegt also irgendwo und trägt seinerseits wieder Zinsen. Nehme wir mal an, unser Unternehmer hat sein Geld zu 3,5% Zinsen angelegt. Das sollte am Markt bei 10% Kreditzins durchaus möglich sein, wenn man 1 Mio anlegen will und sich ein wenig umschaut. Das Geld liegt sicher nicht auf dem Sparbuch. Rechnen wir also nach.</p>
<p>Bei 3,5% Zinsen und 1 Mio. Startkapital haben wir innerhalb von zehn Jahren ein Gesamtkapital von 1.362.897,35 Euro. Wir haben also einen Zinsgewinn von rund 363.000 Euro. Oh, was ist das? Der Unternehmer nimmt einen Kredit auf und hat dadurch ca. 314.000 Euro weniger Gewinn. Auf der anderen Seite nimmt er 363.000 Euro Zinsen ein. Das macht insgesamt ein Plus von ca. 49.000 Euro.</p>
<p>Aber wie kann das sein? Wie kann ich mir für 10% was leihen und dieselbe Summe für 3,5% verleihen und trotzdem hinterher mehr haben? Das kann nicht sein, oder? Doch, es kann. Der Witz bei der Geschichte ist der: Das geliehene Geld lege ich produktiv an. Es trägt also auch für mich &#8220;Zinsen&#8221;. Es heißt nur eben nicht &#8220;Zinsen&#8221;, sondern Gewinn. In unserem Beispiel macht die Maschine vor Steuern einen Gewinn von 100.000 Euro pro Jahr. Im ersten Jahr zahle ich 100.000 Euro Zinsen. Gewinn der Maschine ist im ersten Jahr also 0. Im zweiten Jahr aber zahle ich nur noch knapp 94.000 Euro an Zinsen. Die Maschine macht also immerhin gut 6.000 Euro Gewinn vor und 3.000 Euro nach Steuern. Und jedes Jahr sieht die Sache besser aus, weil der Zinsanteil immer weiter sinkt. Auf der anderen Seite &#8211; und das führt uns zum nächsten Thema &#8211; steht der Zinseszins. Aber, bevor wir zum nächsten Thema kommen, noch eine Anmerkungen.</p>
<p>Das Beispiel ist stark vereinfacht. Im wahren Leben spielen noch eine Menge weiterer Faktoren eine erhebliche Rolle. Diese Faktoren verschieben allerdings lediglich den break even point, in unserem Fall den Abstand zwischen den Zinssätzen, der notwendig ist, dass der Unternehmer mehr Gewinn mit Kredit als ohne macht. Die meisten dieser Faktoren ändern die Verhältnisse aber zu Gunsten des Unternehmers. Ein Beispiel sei hier genannt. In unserem Zahlenspiel bin ich davon ausgegangen, dass die Kosten des Unternehmens direkt von der Anzahl der Maschinen abhängen. Das tun sie aber nicht. Beim Ausfall einer Maschine verringert sich ja nicht die Miete für die Fabrik auch um 10%. Ebenso wollen die Buchhaltung und die Unternehmensleitung weiter das gleiche Gehalt. Ein Großteil der Kosten bleibt gleich, so dass der Gewinnverlust durch den Ausfall noch höher ist als angenommen. Nun aber zur zweiten zentralen These der Zinsknechtschaftstheoretiker.</p>
<h3>These: Der Zinseszins verstärkt die Ausbeutung der Unternehmen durch die Banken</h3>
<p>Diese These zeugt von grundlegender Unwissenheit darüber, wie ein Kredit funktioniert. Bei Krediten kommt der Zinseszins regelmäßig nicht vor. Wie setzt sich die Rate eines Kredites zusammen: Ein Teil sind Zinsen und der andere Teil ist Tilgung. Dabei ist der Anteil der Zinsen immer so hoch, dass alle Zinsen der vergangenen Periode beglichen werden. In unserem Beispiel ist die Rate 162.745,39 Euro hoch. Bei der ersten Zahlung nach einem Jahr sind 100.000 Euro Zinsen angefallen. Das ist der Zinsanteil der Rate. Rund 63.000 Euro werden also lediglich von der Grundschuld getilgt. Macht eine Restschuld von rund 937.000 Euro. Diese werden nächstes Jahr wieder zu 10% verzinst. Macht einen Zins von rund 93.700 Euro, der wieder der Zinsanteil der nächsten Rate ist. Somit werden mit der nächsten Rate rund 69.000 Euro getilgt. Das dauert so lange, bis die gesamte Grundschuld getilgt wurde.</p>
<p>Zinsen werden bei normaler Abzahlung bei einem Kredit nicht noch einmal verzinst. Ein Zinseszins entsteht nicht. Es ist sogar so, dass man mit Banken in Notzeiten relativ einfach über die Aussetzung der Tilgung sprechen kann. Die Zinsen müssen aber in der Regel weiter beglichen werden. Zinseszins entsteht ausschließlich an anderer Stelle.</p>
<p>Der Zinseszins entsteht bei bestimmten Geldanlagen z. B. fest verzinslichen Anlagen mit langer Laufzeit. Ein solches Papier hat unser Unternehmer ja gezeichnet, um seine 1 Mio. zu 3,5% anzulegen. Am Ende hat er 1,363 Mio. Hätte er die Zinsen am Ende des Jahres immer ausgezahlt bekommen, hätte er insgesamt 350.000 Euro an Zinsen erzielt. Die 13.000 Euro sind der Zinseszins. Wir stellen also fest, der Zinseszins belastet nicht die Unternehmen, sondern begünstigt die Anleger. Er ist also nicht etwas, das die Banken von ihren Kunden bekommen, sondern etwas, das sie an ihre Kunden zahlen müssen. Das erklärt übrigens auch, warum der Zins für verliehenes Geld bei den Banken so viel höher sein muss wie der für dort angelegtes Geld. Bekäme der Unternehmer nämlich 5,5% für sein angelegtes Kapital, wäre sein Zinsgewinn wegen des anfallenden Zinseszins höher als seine Zinszahlung bei 10%.</p>
<p>Das Beispiel geht selbstverständlich davon aus, dass alles regelmäßig verläuft. Alle Rahmenbedingungen bleiben über den gesamten Zeitraum gleich. So lange das aber so ist, funktioniert dieses System, wie jeder leicht nachrechnen kann. Warum nun das System doch periodisch zusammenbricht und welche Rolle dabei das Kreditwesen spielt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Es ging hier um die Widerlegung der These, dass Zins und Zinseszins notwendig zur Krise führen, weil sie die Unternehmen langsam ausbluten. Das ist ökonomisch schlichter Unsinn. Solange ein Unternehmen seine Kredite zurückbezahlen kann, verliert es durch diese nicht, sondern es gewinnt. Oder, wie es einer, bei dem ich BWL lernen durfte, ausgedrückt hat: &#8220;Wer keine Schulden hat, hat unser Wirtschaftssystem nicht verstanden.&#8221;</p>
<h3>Eine wahre Ursache für den Zusammenbruch des Finanzsystems</h3>
<p>Die Behauptung, dass die Geldwirtschaft unvermeidlich zu ökonomischen Krisen führt, weil es ihn ihr Zinsen gibt, habe ich widerlegt. Also bleibt die Frage, wo denn nun das Problem liegt. Die Antwort: Das Problem ist nicht, dass die Unternehmen Geld verlieren, weil sie Zinsen zahlen müssen. Das Problem ist, dass die Banken und Anleger Geld verlieren, weil sie ihr Geld verliehen haben. Das Problem tritt dann auf, wenn ein Kredit nicht mehr zurückbezahlt werden kann.</p>
<p>Nehmen wir einfach mal an, unser Unternehmen, das sich gerade eben 1 Mio. Euro für die Maschine geliehen hat, geht pleite. Es wird liquidiert. Laut Kreditvertrag erhält die Bank die Maschine, da diese als Sicherheit eingetragen ist. Also versteigert sie die Maschine, um den Verlust auszugleichen. Sie erhält aber nicht 1 Mio, sondern nur die Hälfte. Sie macht bei dem Geschäft einen Verlust von 500.000 Euro. Geschieht dies massenhaft, dann geht die Bank pleite. Aber nicht nur die Bank alleine, sondern mit ihr auch die, die ihrerseits ihr Geld bei dieser Bank angelegt haben. Sind das ihrerseits wieder Unternehmen, dann geraten auch sie ins Schlingern, da ihnen plötzlich die Kapitalreserver entzogen wird oder schlimmer noch, das angelegte Geld für zukünftige Investitionen vorgesehen war. Oder es sind gar Gelder betroffen, die man nur kurzfristig auf der Bank geparkt hat, um damit in zwei Monaten eine hohe Rechnung bezahlen zu können. Passiert das in großem Maße, setzt ein Dominoeffekt ein, der auch durchaus gesunde Unternehmen und Banken mit in die Tiefe reißen kann.</p>
<p>Die Vergabe eines Kredits ist die Spekulation auf zukünftige Gewinne. Werden diese in hinreichendem Maße erzielt, so gewinnen beide Seiten. Bleiben sie aus, so verlieren ebenso beide Seiten. Der Kreditnehmer verliert in der Regel mehr. Aber das ist ja auch gerecht. Schließlich hat er den Laden in den Sand gesetzt. Bei großflächigen Zahlungsausfällen verlieren allerdings alle. Das sei noch einmal kurz am jüngsten Beispiel erklärt: Eine der Ursachen für die jüngste Krise ist die massenhafte Vergabe an faulen Immobilienkrediten in den USA. Menschen, bei denen teilweise schon von vornherein klar war, dass sie nicht leistungsfähig genug waren, die Kredite auch zu bedienen, wurden solche gewährt, um Häuser zu bauen. Dann blieben die Zahlungen massenhaft aus. Zwei Banken gingen pleite.</p>
<p>Nun mussten diese beiden Banken &#8211; auch das ist an der hier kritisierten Theorie falsch, dass Banken unendlich Geld aus dem Nichts erschaffen könnten &#8211; sich das Geld für diese Kredite ihrerseits irgendwo leihen. Das ist ja auch Aufgabe der Banken in unserem System, Kapital zu sammeln, um es anderweitig auszuleihen. Nach der Pleite dieser Banken verloren aber auch ihre Kunden ihr Geld. Zum Teil waren diese Kunden selbst Banken, die dadurch in die Krise hineingezogen wurden. Die Dominosteine fielen einer nach dem anderen. Die Krise war perfekt. Allerdings aus ganz anderen Gründen als es sich unsere Zinsknechte herbeifantasieren.</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Erik</p>
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