Verleger fordern Zwangsabgabe auf U-Bahn-Tickets
Wie dpa soeben meldete, fordert der Vorsitzende des neu gegründeten Verbandes verarmender Zeitungsverleger (VvZ) A.B. Surda nun auch eine Zwangsabgabe auf Fahrscheine des Öffentlichen Personenverkehrs. Wie er in seiner Eröffnungsrede berichtete, habe er am letzten autofreien Sonntag seinen Rolls Royce in der Garage gelassen und sei U-Bahn gefahren. Dabei musst er feststellen, das in diesen Beförderungsmitteln ständig die Produkte seines Verlages von Menschen konsumiert wurden, ohne dass diese dafür bezahlten. “Sie schauen einfach über die Schulter ihres Nachbarn und lesen mit. Ja, manche lassen ihre Zeitung einfach liegen und ein anderer eignet sich diese dann illegal an. Dadurch gehen uns tagtäglich Millionen an Umsätzen verloren.” Noch schlimmer, so A. B. Surda weiter, sei die Situation in den Fernzügen. Hier, so wurde ihm berichtet, lägen sogar Zeitschriften kostenlos aus, die dann von den Fahrgästen gelesen werden könnten. “Wer kauft schon noch unsere qualitativ hochwertigen Produkte, wenn er sowas umsonst bekommt.” Die Verkehrsbetriebe profitierten somit vom Eigentum der Verlage, ohne dafür zu zahlen. Das könne so nicht mehr länger hingenommen werden. Da es technisch nicht möglich sei, das Über-Die-Schulter-Gucken zu verhindern, sei der einzig vernünftige Weg, die Verlage vor diesen Verlusten zu schützen, eine Abgabe auf die Fahrscheine zu erheben, die dann den Verlagen zukommen müsse.
Der Chief Marketing Officer des Läufer-Verlages Hans Badenser ging noch einen Schritt weiter. Er forderte, auch Hotels und Kneipen in die Zwangsabgabe mit einzubeziehen. Schließlich, so Badenser in seiner viel beachteten Rede, lägen dort überall Zeitungen und Zeitschriften aus “allein zu dem Zweck, den eigenen Umsatz zu steigern.” Wer aber von der harten journalistischen Arbeit profitiere, müsse auch dafür zahlen. Gerade gastronomische Betriebe, die Alkohol ausschenken, zögen einen besonderen Vorteil aus den Produkten seines Verlages, sind doch viele Artikel nur im Suff zu ertragen. Es sei aber auch denkbar ähnlich wie die Gebühren der GEZ, von jedem Bürger, der des Lesens mächtig ist, eine monatliche Zeitungsleseabgabe zu erheben. Bei den anwesenden Abgeordneten der CDU und SPD stießen diese Forderungen auf viel Verständnis. Man werde sich in der nächsten Legislaturperiode darum kümmern.
Liebe Grüße
Erik
P. S.: Sollte es trotz meiner gewissenhaften Recherche doch einen Läufer-Verlag geben, so bitte ich das zu entschuldigen. Dieser ist nicht gemeint.